Zum Tod des Religionskritikers Deschner: Richter Gnadenlos

Zitat: FAZ:

„10.04.2014  ·  Er war einer der schärfsten Kritiker des Christentums und seiner Institutionen. Seine Arbeiten sind preisgekrönt und doch heftig umstritten. Nun ist Karlheinz Deschner im Alter von 89 Jahren verstorben.“

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/zum-tod-des-religionskritikers-deschner-richter-gnadenlos-12889729.html

Für Deschner gab es nur einen Feind, das war die katholische Kirche. Seine Reihe „Und abermals krähte der Hahn“ machte ihn 1962 bekannt.

Der Kirchenkritiker Hans Küng hat seine Kritik als nicht akzeptabel zurück gewiesen.

Jetzt kommt die interessante Frage: Was hat das mit Homöopathie zu tun?

Herr Deschner hat Philosophie und Geschichte in Würzburg studiert, kritisiert als Lebenswerk jedoch die katholische Religion oder besser ihre Institutionen.

Da drängen sich die Parallelen zur Homöopathie und ihrer Kritiker regelrecht auf.

Wer sind die Kritiker der Homöopathie, die ihr Lebenswerk darin sehen Ärzte für Homöopathie zu kritisieren?

Richtig, es sind keine Ärzte für Homöopathie, sondern Biologen, Mathematiker, Physiker. Kurz gesagt, alles Personen, die noch nie im Leben die Verantwortung hatten anderen Menschen zu Gesundheit zu verhelfen.

Zurück zu Herrn Deschner. Seine Arbeit findet meine größte Hochachtung. Er hat sich mit einer mächtigen Institution in Deutschland angelegt, der katholischen Kirche.

Was treibt einen Menschen dazu sich mit dieser fast übermächtigen Institution in Süddeutschland anzulegen?

Zitat:

„Karl Heinrich Leopold Deschner wurde am 23. Mai 1924 in Bamberg geboren. Sein Vater Karl, Förster und Fischzüchter, katholisch, entstammte ärmsten Verhältnissen. Seine Mutter Margareta Karoline, geb. Reischböck, protestantisch, wuchs in den Schlössern ihres Vaters in Franken und Niederbayern auf. Sie konvertierte später zum Katholizismus.“

http://www.deschner.info/

Hier wird zwar nicht die Frage beantwortet, wie Deschner dazu kam es als seine Lebensaufgabe anzusehen Kirchenkritiker zu werden.

Offensichtlich ist jedoch, dass er in eine katholische Familie hineingeboren wurde. Das muss in seinem späteren Leben genügend Energie freigesetzt haben, um gegen die katholische Kirche als scharfer Kritiker zu kämpfen.

Ohne jemals eine Psychoanalyse von ihm gelesen zu haben, die es erfahrungsgemäß auch nicht geben kann, gehe ich vom bekannten Mechanismus der Fixierung aus.

Eine traumatische Verletzung in der Kindheit ist bestens geeignet eine Fixierung hervor zu rufen. Fixierung heißt, der Mensch beschäftigt sich sein Leben lang mit einem einmal erlittenen Unrecht und ist nicht mehr in der Lage das Thema der Verletzung fallen zu lassen oder zumindest zu beenden.

Daraus entwickelt sich der Wiederholungszwang: Das Opfer der Verletzung kehrt ständig zum Ort der unerträglichen Gewalteinwirkung zurück, erlebt es erneut und versucht in der Phantasie zu einem besseren Ergebnis zu kommen, als das in der Realität der Fall war.

Ob das bei Herrn Deschner nun der Fall war, lässt sich mangels Analyse nicht feststellen.

Die Erfahrungen als homöopathischer Arzt mit den Skeptikern lässt jedoch Parallelen zu.

Wie kommen Skeptiker dazu hasserfüllte Pamphlete über Homöopathie zu verfassen,  von der sie niemals im Leben jemals etwas verstanden haben?

Sie haben diesen Beruf weder erlernt, noch anderweitig studiert, ziehen ihr Leben lang jedoch gegen Homöopathie zu Felde.

Lässt sich Ärzten für Homöopathie Machtmissbrauch nachweisen?

Hat Herr Hahnemann sein Leben lang für viel Geld wenig gearbeitet und arme Mitmenschen betrogen?

Das lebenslange Verweilen und Zurückkehren zu einem nie abgearbeiteten Thema nenne ich eine neurotische Fixierung. Im Leben der Betroffenen dürfte ein schlimmes Ereignis stattgefunden haben, welches sie unbewusst zwingt sich mit den unbekannten Mechanismen des Unbewusstseins auseinander zu setzen. Das erzeugt Furcht und Abwehr, die offenbar auf die Homöopathie und ihre Anhänge projiziert wird.

Stichwort Don Quijote:

„Von seinem Stallmeister begleitet, bricht Don Quijote zu seinem zweiten Ausritt auf. Hier ereignen sich jene Taten, für die der Roman berühmt ist. Don Quijote kämpft gegen Windmühlen, die ihm als Riesen erscheinen (der Ausdruck „gegen Windmühlen kämpfen“ geht auf diese Geschichte zurück), attackiert staubumwölkte Hammelherden, die für ihn mächtige Heere zu sein scheinen, jagt einem Barbier sein Rasierbecken ab, das für ihn den Helm des Mambrin darstellt, besteht einen „blutigen“ Kampf mit einigen Schläuchen roten Weines und dergleichen mehr. …

Hier setzt der Verfasser an (Cervantes). Sein Don Quijote soll nicht nur die Ritterromane parodieren, sondern auch vor Augen führen, wie deren übermäßige Lektüre den Verstand raubt.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Don_Quijote

Cervantes hat erkannt, dass Literatursucht eine besondere Form der Krankheit darstellt, wie das im Zusammenhang mit Herrn Ranicki ausgeführt wurde.

http://www.quantenhomöopathie.de/?p=156

Herr Deschner hat eine wichtige Arbeit übernommen. Er hat die dunkle Seite der Macht der Katholischen Kirche kritisiert. Diese Arbeit ist hoch zu würdigen. Sie endet jedoch nicht bei der katholischen Kirche, sondern bei allen machtausübenden Strukturen in der Geschichte der Menschheit, bis zu heutigen Staatswesen. Auch heute wird durch den Staat die Macht missbraucht.

Die Fixierung von Herrn Deschner auf die katholische Kirche war also offenbar unberechtigt. Wer als Gesellschaftskritiker den Machtmissbrauch kritisiert, sollte ihn nicht da kritisieren, wo er persönlich offenbar die schlechtesten Erfahrungen gemacht hat, sondern da wo er überall auftritt. Für Staatskritik stehen heute jedoch andere Namen.

Alleine die Tatsache, dass er gegen eine übermächtige Organisation das Wort ergriffen hat und ihre Verfehlungen unmissverständlich kritisiert hat, macht ihn jedoch zu einen bedeutenden Menschen der Gegenwart.

weitere Ausführungen:

„Der Titel des Buchs geht auf eine Stelle aus dem Markusevangelium zurück, in der Jesus zu Petrus sagt: „Wahrlich, ich sage dir: Heute, in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ (Mk. 14,30)

Weiter heißt es dann im griechischen Originaltext: Καὶ εὐθὺς ἐκ δευτέρου ἀλέκτωρ ἐφώνησεν. – Kai euthys ek deuterou alektōr ephonēsen. – „Und abermals krähte der Hahn.“ (Mk. 14,72)“

http://de.wikipedia.org/wiki/Abermals_kr%C3%A4hte_der_Hahn

Wikipedia führt aus, dass die einfachen Bürger zwecks Machterhalt keinen Einblick in die religiösen Bücher haben dürfen:

„Die Synode von Toulouse bestimmte im Jahr 1229: „Die Laien dürfen die Bücher des Alten und Neuen Testaments nicht besitzen.“

In einem kirchlichen Gutachten unter Papst Julius III.1555) heißt es: „Endlich ist unter allen Ratschlägen, die wir zur Zeit geben können, der wichtigste, mit allen Kräften dahin zu streben, daß niemand auch das geringste aus dem Evangelium vorzüglich in der Volkssprache zu lesen erlaubt ist und werde.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Abermals_kr%C3%A4hte_der_Hahn

Auch die Behauptung, die Päpste gingen direkt auf Petrus zurück muss angezweifelt werden. Die Zeitschrift „Der Theologe“, Herausgeber Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 51 führt aus:

„Die Rechtfertigung, dass Jesus von Nazareth mit den Worten „Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen will ich Meine Kirche bauen“ (Matthäus 16, 18) die katholische Kirche installiert habe, ist eine Verhöhnung des Mannes aus Nazareth, denn Jesus hat niemals eine solche Kirche gewollt. Doch selbst wenn Jesus dies gesagt haben sollte: Sein Jünger Simon Petrus hat ebenfalls nichts mit der römisch-katholischen Kirche zu tun. Er wurde später nur, wie Jesus selbst, von der Kirche auf schändliche Art und Weise vereinnahmt, nämlich als eine Art erster „Bischof“ bzw. erster „Papst“ von Rom.“

http://www.theologe.de/petrus-christus-fels-schluesselgewalt.htm

Religion der katholischen Kirche ist nach diesen Ausführungen als fragwürdige Täuschung der Gläubigen anzusehen. Herr Deschner hat sicher dazu beigetragen das öffentlich auszusprechen.