Theorie second messenger versus Geistheilung

second messenger vs. Geistheilung
Hahnemann § 11 Anmerkung 1 durch Berühren der Nervenenden übertragen
nicht durch geistige Einflussnahme
geistartig informationsartig nicht durch eigenes Bewusstsein
Wirkung auf der Ebene des second messenger
absolute Wirkung homöopathischer Mittel:
§ 33 Org, 6
second messenger sichere Wirkung psychische Einflussnahme ungewiss
Placeboebene:
ein Placebo wirkt nur durch psychische Einflussnahme
hom. Mittel wirken durch Berühren der Nervenenden

 

In der Tabelle sind die wichtigen Argumente zusammen gefasst, die beweisen, dass Homöopathie nichts mit Geistheilung zu tun hat.

Hahnemann geht in § 11 Anmerkung 1 Org. 6 davon aus, dass die Wirkung des homöopathischen Mittels ausschließlich durch Berühren der Nervenenden übertragen wird, nicht jedoch durch geistige Einflussnahme. Nun behaupten einige Homöopathen, dass die homöopathischen Prüfungsversuche mit Placebogruppe angeblich eine geistige Wirkung homöopathische Mittel beweisen würden, weil in der Placebogruppe nach ihrer Auffassung die besseren Prüfungssymptome aufgetreten seien.

Das muss bestritten werden. Zuerst zeigen alle Versuche mit Placebogruppe, dass die Versuchsvorbereitung nicht durch einen homöopathischen Arzt selbst durchgeführt wurden, sonder auf Hersteller und Apotheke delegiert wurde. Das hat Hahnemann bereits als unzulässig angesehen. Dadurch ist nicht mehr gewährleistet, dass Placebo und Verum nicht in Berührung gekommen sind oder sogar einfach vertauscht wurden.

Dann wurden angebliche Prüfungssymtome auf psychischer Ebene in der Placebogruppe erhoben. Das ist der nächste Fehler. Psychische Symptome können bereits allein durch Einbildung hervor gerufen werden. Wenn psychische Symptome verwertet werden sollen, darf der Proband nicht wissen, ob er an einem Arzneimittelversuch teilnimmt. Das war in den bisherigen Versuchen nicht gewährleistet.

Um zuverlässige Arzneimittelprüfungen zu erhalten, müssen zuerst die objektiven Symptome (also alle anderen Symptome, als die psychischen Symptome) erhoben werden.

Das war bei den neueren Prüfungen mit Placebovergleichsgruppe nicht der Fall. Dort wurden überwiegend psychische Symptome erhoben und die Versuchsteilnehmer wussten, dass sie an einem homöopathischen Arneimittelprüfung teilgenommen haben.

Das Argument, wir wissen nicht, ob Homöopathie auf geistiger Ebene wirkt, wird durch die bisherigen  Versuche mit Placebogruppe nicht gestützt.

Es fehlt bei den Prüfungsanordnungen die wissenschaftliche Vorgehensweise.

Entweder will ich die Wirksamkeit der Homöopathie nachweisen, dann brauche ich keine psychischen Symptome, sondern körperliche Symptome, wie beim Versuch analog Nash.

Alle psychischen Symptome sind durch Selbstsuggestion erzielbar, also nicht verwertbar.

Oder ich will die psychische Übertragung homöopathische Mittel nachweisen, dann muss die Versuchsanordnung entsprechend aufgebaut sein.

Eine rein psychogene Übertragung homöopathischer Mittel kann ich durch den Versuch analog Nash nachweisen oder widerlegen, wenn ich die Verumflasche mit glonoinum nicht öffne, sondern verschlossen in die Hand nehme und solange schüttel, bis ich angeblich psychische Symptome erhalten.

Auch hier darf der Proband nicht wissen, ob er überhaupt am Versuch teilnimmt und ob er das Verum oder das Placebo erhalten hat.

In § 33 Org. 6 postuliert Hahnemann die absolute Wirkung homöopathischer Mittel, was letztlich auch ohne geistige Einflussnahme bedeutet. Andernfalls wäre die Wirkung homöopathischer Mittel nicht absolut.

Nach der von mir vertretenen Theorie wirkt das homöopathische Mittel über den second messenger direkt auf die Lebenskraft. Da Hahnemann die second messenger Theorie nicht kennen konnte, musste er seine Beobachtungen anders umschreiben.

Ob geistige Einflussnahme direkt auf den second messenger wirkt, ist bisher nicht behauptet worden. Die physikalische Übertragung wäre nicht plausibel, da die Reichweite der second messenger Signale auf das Gebiet der Zelle beschränkt sein dürfte.

Mit der angeblichen Placeboforschung ist in den letzten Jahren mehr Unheil angerichtet worden, als irgendein Erkenntnisgewinn daraus zu verzeichnen gewesen wäre.

Die wissenschaftliche Grundlage für Placeboversuche muss völlig überdacht und neu aufgestellt werden. Was die schulmedizinischen Versuche dazu angeblich erbracht haben wollen, wird von meiner Seite nicht einmal ansatzweise als Erkenntnisgewinn angesehen. Es fehlt das theoretische Modell der Placeboversuche und eine darauf aufbauende Versuchsanordnung.

Was sich mit Placeboforschung beweisen lässt ist die Suggerierbarkeit von psychischen Zuständen. Daraus wurde von einigen Forschern bereits die Suggerierbarkeit von Heilungserfolgen gemacht. Soweit es um objektivierbare Krankheiten geht, wie Diabetes mellitus Typ 2 sind solche Suggestionen generell ungeeignet, homöopathische Mittel jedoch schon geeignet, um die Krankheit zu heilen oder zu bessern.

In der Placeboforschung ist es wie mit den drei Hexen:

When shall we three meet again?

In thunder, lightning, or in rain?

When the hurly-burly´s done,

When the battle´s lost and won.

that will be ere the set of sun.

Where the place?

Upon the heath…

fair is foul and foul is fair…

Dann lassen wir die Hexen weiter den Kessel heizen. Der Jüngling zum Verzehr als Hexenspeise ist bereits erwählt. Das Krötenblut ist angerichtet.

Das Weltbild der Placeboforscher ist rein suggestiv aufgebaut. Krankheit ist etwas anderes als Suggestion und Hypnose. Der non-Opioid-Anteil der Placebowirkung ist bis heute nicht erforscht. Außer Schmerzlinderung ist davon nichts zu erwarten. Die Heilung von (chronischen) Erkrankungen erfolgt nicht auf diese Weise. Akute Krankheiten heilen in den meisten Fällen durch die körpereigenen Heilungsprozesse auch ohne jede Suggestion.

Wenn Krankheiten so einfach mit roten Placebopillen zu heilen wären, hätten wir sie längst in die Medizin eingeführt.

Homöopathische Pillen sind jedoch kein Placebo, sondern ein sehr wirksames und falsch angewendet auch gefährliches Heilmittel. Sie wirken völlig unabhängig von unserem Bewusstsein oder anderweitiger Wahrnehmung objektiv auf den Organismus, auch bei Pflanzen und Mikroben.

Möglicherweise wirken die drei Hexen auch auf unseren Gesundheits- und Geisteszustand ein. Das erfolgt dann durch geistige Einwirkung. Dieser Zustand wurde von Herrn Walach als geistige Verschränkung umschrieben.

Homöopathie heilt durch Einnahme der homöopathischen Mittel, soweit sie passend ausgewählt wurden, also wie Hahnemann schreibt, durch Berühren der Nervenenden, nicht jedoch durch geistige Einwirkung.

Nur sollten diese Heilweisen nicht als identisch angesehen werden.