Behandlung von Multipler Sklerose auf der Basis von schulmedizinischen Diagnosen

Frau Dr. med.  Edith Halpaus schrieb in ZKH 1957/1 über die Behandlung ihrer eigenen Multiplen Sklerose. Sie erlitt zuerst eine Parese der rechten Hand, dann Nachlassen des Gedächtnisses, danach Zentralskotom, anschließend Parese rechtes Bein.

Sie verwendete zuerst Opium D30, später Kalium phosphoricum D12, in akuten Schüben Aconitum D12.

Dann verwendete sie eigenen Liquor als Ausgangsmaterial zur Herstellung einer homöopathischen Potenzierung .  Mit dieser Nosode hat sie sich und ihre Patienten behandelt.

Trotz der homöopathischen Behandlung kamen weitere Krankheitsschübe.

Sie hätte durch die MS-Nosode die Erfahrung gemacht, dass diese zwar nicht heilt, aber erfreulich zur allgemeinen Besserung beigetragen habe. MS sei eine therapeutisch schwer zu beeinflussende Krankheit.

Ihr war es schließlich durch das Fortschreiten der Krankheit nicht mehr möglich ärztlich tätig zu sein.

Analyse:

MS ist eine Krankheit des syphilitischen Formenkreises, welche das Nervensystem und das Zentralnervensystem angreift.

Die geschilderten Symptome reichen nach meiner Einschätzung nicht zur Beurteilung der homöopathischen Behandlungserfordernisse aus.

Lähmungen sind zwar wichtige pathologische Symptome, die unbedingt berücksichtig werden sollten.

Genauso wichtig ist jedoch die Vorerkrankung. Davon berichtet die Kollegin zu meinem Bedauern nichts.

Meine Fragen wären gewesen:

Was war in der Kindheit auffällig?

Wie viele Impfungen mit welchen Symptomen hat die Kollegin erhalten?

Wie sieht die Familienanamnese aus?

Waren vor den ersten Lähmungserscheinungen bereits Kopfschmerzen zu verzeichnen?

Hahnemann spricht von Symptomen und Zeichen. Alles, was auf ein pathologisches Geschehen hindeuten könnte, wie Kopf- Glieder- sonstige Schmerzen wären zu erfragen und zu berichten.

Obwohl der Bericht in der ZKH erschienen ist, erscheint er für eine homöopathische Behandlung nicht ausreichend erhoben.

Hahnemann hatte bereits Bedenken gegen die Eigennosodenbehandlung erhoben. Wir wissen nicht, welche Symptome die Nosode beim Gesunden entwickelt. Es ist deshalb nicht davon auszugehen, dass er beim Kranken Gesundheit bewirkt.

Bei einer Krankheit wie MS sollte vielleicht genauer die Symptomatik erhoben werden, um letztlich die Pathologie der Krankheit richtig verstehen zu können.

Mit der verstandenen Pathologie sind wir eher in der Lage die heilkräftigen Mittel zu bestimmen, als mit allgemeinen schulmedizinische Diagnosen. Diese gehören zwar unbedingt dazu, reichen alleine jedoch nicht aus.

Ein Fall erfolgreiche Behandlung wird hier beschrieben:

ZKH: Band 27 Heft 3/1983 Seite 99-101 H.V. Müller

Nachtrag: Das Problem der Fluktuation der Lebenskraft wird bei allen vorgestellten Behandlungsansätzen nicht beachtet, wäre jedoch für die Herstellung einer gesunden Lebenskraft und damit der Gesundheit erforderlich.

Hinweis:

Aus berufsrechtlichen Gründen ist es mir untersagt eigenen Behandlungsfälle hier vorstellen und muss mich deshalb auf die Analyse bereits veröffentlichter Fallvorstellungen angewiesen.

Der Beitrag ist für Ärzte gedacht und dient nicht der Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung von Patienten.