Theoriebildung in der Homöopathie fehlerhaft

In Weiterbildung Homöopathie Bd. F S. 46 schreibt Herr Bleul: „Wer sich allerdings an die Grundregel hält, die gegenwärtige im Vordergrund stehende Krankheit in der Gesamtheit ihrer Symptome zu behandeln und die Arzneiwahl nicht mit Symptomen zu verquicken, die aktuelle nicht relevant sind, kann die oft verwirrenden Miasmen-Theorien vernachlässigen.“

Zuvor wird Herr Klunker als Kritiker der Miasmentheorie aufgeführt.

Im Lernziel wird dann jedoch ausgeführt:

„Die Hypothesen von Hahnemann und J. H. Allen zur Mischung der Miasmen kennen und ihre Bedeutung für die therapeutische Praxis einschätzen können.“

Diese Miasmentheorie muss heute als unwissenschaftlich zurück gewiesen werden.

Das erklärte Lernziel führt den jungen Arzt vom Problem der homöopathischen Behandlung weg.

Es geht nicht darum eine miasmatische Belastung zu erkennen oder die Gesamtheit der Symptome. Beides führt nicht zur Heilung einer chronischen Krankheit.

Gibt es denn dann überhaupt eine Möglichkeit chronische Krankheiten zu heilen?

Wie chronische Krankheiten durch die Natur geheilt werden, haben die alten Ärzte Hippokrates, Asklepios und Mesmer vorgeführt und zwar ohne jemals Homöopathie gelernt zu haben.

Mit Homöopathie sollten wir deshalb nicht hochtrabenden Spinnereien nachjagen, sondern uns an die naturgemäßen Heilungsregeln der alten Ärzte halten.

Das ist in der heutigen Theoriebildung ausgeklammert, wenn hinter Miasmen und Symptomen hinterher gejagt wird und jeder versucht den anderen mit Spinnereien zu übertreffen (Scholten, Sankaran).

So bleibt die Gesundheit der Patienten auf der Strecke.

Dazu muss ausgeführt werden, dass die Gesamtheit der Symptome, die angeblich erhoben werden sollen, bereits zu Hahnemann Zeiten überwiegend auf Placebosymptomen beruht. Die Erhebung von Placebosymptomen wie bei Herrn Scholten und Sankaran erhellt nicht das Wesen der chronischen Krankheit. Das führt bei Herrn Scholten allenfalls zu einer einfältigen psychologisierenden Erbauung über die eigene angenommene Genialität. Das ist im vorangehenden (Video) Beitrag gut erkennbar.

Das erste Ziel eines Arztes für Homöopathie muss darin bestehen die pathologischen Symptome eines homöopathischen Mittels am Gesunden zu prüfen in Form einer Arzneimittelprüfung.

Danach kann ich mich an die Aufgabe wagen die pathologischen Symptome des Patienten einschließlich der angeborenen pathologischen Symptome zu erfassen und mit Hilfe des zugegebener Maßen schwierig zu findenden heilkräftigen Mittels vorsichtig in die Richtung zu beeinflussen, wo dem Patienten etwas mehr Beschwerdefreiheit und ein längeres Leben möglich wird.

Die Annahme eines Miasmas geht davon aus, dass es eine Art von Ansteckung gibt, welche die Gesundheit beeinflussen würde und zu chronischen Krankheiten führt.

Mit unseren heutigen Erkenntnissen wissen wir, dass die Mehrheit der chronischen Krankheiten nicht durch Ansteckung, sondern durch Vererbung übertragen werden und nicht zu übersehen auch durch Impfungen und sonstige Unterdrückung von akuten Krankheiten begünstigt werden.

Die Miasmentheorie ist demzufolge nicht mehr zeitgemäß.

Die Gesamtheit der Symptome ist unbrauchbar, weil sie überwiegend auf Placeboprüfungssymptomen beruht. Der von Vithoulkas gepriesene angebliche Charakter homöopathischer Mittel existiert in der Realität nicht und ist weder beim Patienten noch beim Mittel erkennbar. Wenn er existieren würde, wäre er nicht verwertbar, da er nicht feststehend, sondern flexibel ist und von dem Erkrankungsstand ständig beeinflusst wird. Er lässt sich nicht zur Grundlage einer homöopathischen Behandlung machen.

Die in der Homöpatieausbildung gelehrten Ansätze sind nicht geeignet die Gesundheit des Patienten herzustellen.

Von den Gefahren für die Gesundheit durch diese Methoden habe ich bereits früher Ausführungen gemacht. Davon ist in der Homöopathieausbildung bis heute nicht die Rede.