Ockhams Rasiermesser vs. Esoterik

Sehen wir uns die Theorie von Ockham in der Esoterik an, dann müsste auch dort die einfachste Theorie die richtige sein.
– Theorie der unsterblichen Seele:

Klingt einfach, ist jedoch mit Naturgesetzen nicht vereinbar, wie der anzunehmenden Tatsache, dass zuerst das Universum entstand und dann der Mensch.
– Theorie des unsterblichen Periodensystems der Elemente in der Homöopathie:

Klingt einfach, ist jedoch mit den Erkenntnissen von Hahnemann nicht in Übereinstimmung zu bringen. Er war der Auffassung, dass sich die Lebenskraft an den Symptomen erkennen lässt.

Wir wissen heute, dass das nur teilweise der Fall ist. Ein einfaches System zur Erkennung der Lebenskraft lässt sich nicht außerhalb der Lebenskraft erkennen, wie es das Periodensystem darstellt.
– Theorie des „Wie innen so außen“

klingt für den medizinischen Laien überzeugend einfach. Verstößt jedoch gegen die Gesetze der Lebenskraft.

Die Lebenskraft kann sich nur im lebenden Organismus im Laufe der Evolution heraus bilden, nicht jedoch durch Seelenwanderung irgend welcher Psychoesoteriker.
– Theorie der Verwandtschaft von homöopathischen Mittel durch Zugehörigkeit zu einem Königreich oder einer Familie:

Klingt für den Laien einfach ist dennoch falsch.

Auch diese Theorie hält den Test an der Lebenskraft nicht stand. Sie wurde aus Bequemlichkeit von einigen Homöopathen in die Welt gesetzt. Damit soll elegant umgangen werden, dass die Lebenskraft nicht ohne weitere erkennbar ist und diese fehlende Erkenntnis durch Spekulation ersetzt werden.

Eine ähnliche Wirkung von Königreichen der homöopathischen Mitteln ist nicht Gegenstand der Forschung von Herrn Hahnemann gewesen. Heute wissen wir noch besser, dass derartige Betrachtungen keinen Bestand haben.
– Theorie, dass ein homöopathisches Mittel richtig sein muss, wenn es Beschwerdefreiheit erzeugt:

Klingt auch für den medizinischen Laien richtig und ist dennoch falsch.

Wenn die Lebenskraft fluktuiert, dann erzeugt sie Symptome, an denen ich deren Arbeit erkennen kann. Wenn sie dagegen keine Symptome mehr erzeugt, weil ich sie durch homöopathische Mittel zum verstummen gebracht habe, dann ist das Lebewesen vermutlich bald verstorben oder auf dem Wege dorthin.
Zusammenfassung:

In der Esoterik wird Ockhams Rasiermesser gerne unsachgemäß angewendet und führt zu vermeintlich einfachen Lösungen schwieriger Probleme.

Sie halten jedoch dem ersten Logiktest nicht stand und basieren weder auf Erfahrungen noch auf gewissenhafter Beobachtung der Lebensvorgänge.

Sie widersprechen dazu meist auch den Erkenntnissen der wissenschaftlichen Forschung und der inneren Logik.

Hier sollte Ockhams Rasiermesser erst zur Anwendung kommen, wenn eine Theorie zumindest die Voraussetzungen erfüllt mit unseren sonstigen Erkenntnissen nicht in Widerspruch zu stehen.

Das Unverständnis der quantenphysikalischen Vorgänge der Quantendatenverarbeitung im lebenden Organismus darf dabei jedoch nicht als Unvereinbar mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen angesehen werden, wie das die Skeptiker fälschlicher weise behaupten.