Neues vom Schüssler

Hier spricht Edgar Walles mit „Neues vom Schüssler.“

Nach umwerfenden (Miss-) Erfolgen der Geistheiler (vgl. Frau Grams)  in der angeblich „Neuen Homöopathie“ durch die Herren Scholten und Sankaran, sowie ihrer begeisterten Anhänger (vgl. Frau Grams) ist es erforderlich auch etwas zur weit verbreiteten Laienhomöopathie nach Schüssler anzumerken.

Sein Buch: „Eine abgekürzte Therapie“, von 1898 ist bereits Programm. Er möchte Homöopathie für Laien verständlich und einfach darstellen.

Einen einfacheren Ansatz als  Hahnemann gelehrt hat, Similia similibus curentur, ist von niemandem aufzustellen, auch nicht von Herrn Schüssler.

Er hat für seine Theorie angesehen, welche natürlichen Mineralstoffe im Körper vorhanden sind und war der Meinung, dass es sich um Funktionsstoffe handeln würde die gegebenenfalls dem Körper zugeführt werden müssten.

Dieser Ansatz ist leider so verkehrt, dass er mit den Erkenntnissen des 21. Jahrhunderts nicht weiter analysiert werden muss.

Dann komme ich zu den erheblichen Gefahren die von dieser Behandlung ausgeht.

Er führt unter Influenza aus, dass Natrium sulfuricum  das bewährte Mittel gegen diese Erkrankung sei.

Es fehlt bei der Beschreibung des Mittels und der Symptomatik die Fragestellung, ob eine Krankheit überhaupt zu behandeln ist. Dabei gilt die drei Tage Regel der Alternativmedizin: Ein akuter harmloser Infekt ist drei Tage überhaupt nicht zu behandeln. Erst wenn erkennbar wird, dass es sich um einen weniger harmlosen Infekt handelt, sollte überhaupt behandelt werden. Davon gibt es allerdings auch Ausnahmen, die hier nicht dargestellt werden.

Es  hat sich in unserer Klimagegend bewährt akute Infekte zuerst mit Hilfe von Akupunktur zu behandeln und wenn diese keinen Erfolg zu verzeichnen hat anschließend homöopathisch.

Bei gefährlichen akuten Erkrankungen, wie Malaria tropica, sieht das anders aus.

Das angebliche Wundermittel Natrium muriaticum für Influenza ist sicher in einigen Fällen gut geeignet um diese Erkrankung erfolgreich zu behandeln.

Herr Schüssler geht jedoch nicht darauf ein, welche Rolle eine akute Influenza bei der Behandlung der Lebenskraft und für die Zurückdrängung der Lebensbeendigungsprogramme spielt, genauso wenig, wie die Schulmedizin dafür eine geeignete Theorie zu bieten hat.

Wer ohne dieses Hintergrundwissen akute Krankheiten homöopathisch behandelt kann deshalb auch schaden statt zu heilen.

Diese  Bemerkungen treffen für alle akuten Erkrankungen zu, die Herr Schüssler aufführt.

Bei den Hautkrankheiten ergibt sich die gleiche Problematik. Bei den alten Homöopathen war bekannt, dass Hautkrankheiten nicht ohne Gefahr mit homöopathischen Mitteln oder Schulmedizin unterdrückt werden dürfen.

Dazu verweise ich auf die Ausführung von Hahnemanns chronischen Krankheiten. Er ging von einer latenten Psora aus,  die zuerst zu behandeln ist.

Davon ist bei Herrn Schüssler nichts zu lesen.

Zusammenfassend kann ich die Ausführung von Herrn Schüssler nur als Anregung  verstehen über die von ihm vorgestellten Mittel nachzudenken und dabei die Theorie der chronischen Krankheiten von Hahnemann als Arbeitsgrundlage zusätzlich heranzuziehen.

Das wurde von Herrn Schüssler offensichtlich unterlassen.

Damit sind die Ausführung des Herrn Schüssler für medizinische Laien gefährlich. Ein medizinischer Laie freut sich wenn eine Hauterkrankung durch die von Herrn Schüssler vorgeschlagenen Medikamente verschwindet und bringt ggf. danach entstehende ernsthafte Erkrankungen wie Krebs oder andere bösartige  Krankheiten nicht mehr in Zusammenhang mit seiner zuvor erfolgten fehlerhaften homöopathischen Behandlung.

Deshalb rate ich medizinischen Laien dringend ab nach Herrn Schüssler Behandlung durchzuführen. Die neuen Schüssler in Form von Geistheilern unter den Heilpraktikern und Ärzten sind heute wieder auf dem Vormarsch.

Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie zwar Hahnemann nicht ansatzweise verstanden haben und gerade deshalb meinen schlauer als er zu sein, letztlich jedoch nur Schaden anrichten.

Homöopathie ist jedoch keine Wissenschaft für medizinische Laien und Besserwisser.

Bei Ärzten habe ich diese Fehler jedoch leider auch oft genug zur Kenntnis nehmen müssen. Eine Diskussion über dieses Thema wurde vom DZVHÄ zurückgewiesen. Stattdessen werden Geistheiler wie Herr Scholten für Seminare und Vorträge ihrer abwegigen Theorien eingeladen und hofiert.

Dann sollten wir uns also besser Herr Edgar Wallace mit „Neues vom Hexer“ ansehen, statt „Neues vom Schüssler“ und den vielen Geistheilern der Gegenwart.