Von Diogenes lernen heißt leben lernen

Zitat:

„Die Griechen […] beschlossen, mit Alexander gegen die Perser einen Kriegszug zu unternehmen, wobei er auch zum Oberfeldherrn ernannt worden war. Da bei dieser Gelegenheit viele Staatsmänner und Philosophen ihm die Aufwartung machten und Glück wünschten, dachte er, daß auch Diogenes von Sinope, der sich eben in Korinth aufhielt, ein Gleiches tun würde. Aber dieser blieb ungestört in seiner Ruhe im Kraneion [Platz in Korinth], ohne sich im Geringsten um Alexander zu kümmern; daher begab der sich zu Diogenes hin. Diogenes lag eben an der Sonne. Als aber so viele Leute auf ihn zukamen, reckte er sich ein wenig in die Höhe und sah Alexander starr an. Dieser grüßte ihn freundlich und fragte, womit er ihm dienen könnte. ‚Geh mir nur‘, versetzte er, ‚ein wenig aus der Sonne!‘ Davon soll Alexander so sehr betroffen gewesen sein und, ungeachtet der ihm bewiesenen Verachtung, den Stolz und die Seelengröße des Mannes so sehr bewundert haben, daß er, als seine Begleiter beim Weggehen darüber scherzten und lachten, ausrief: ‚Wahrlich, wäre ich nicht Alexander, ich möchte wohl Diogenes sein.‘“

– Plutarch: Alexandros 14

https://de.wikipedia.org/wiki/Diogenes_von_Sinope

Kommentar:

Was lernen wir von Diogenes?

Alexander ging voller Tatendrang und Welteroberungsübermut zu Diogenes.

Er wollte von ihm hören, dass die Götter auf Seite von Alexander seien und seinen Feldzug gegen die Perser erfolgreich werden lassen würden.

Die größenwahnsinnigen Pläne interessierten Diogenes jedoch wenig. Seine Antwort: Gehe er mir nur ein wenig aus der Sonne muss ihn entsetzt haben.

Der Vergleich zur heutigen Medizin drängt sich auf.

So wie der junge Alexander meinte die Welt erobern zu können, genauso meinen Forscher in der Medizin Herrscher über Leben und Tod spielen zu dürfen.

Das Treiben eines Alexander war jedoch nichtig. Er hat weder die Welt aus den Angeln gehoben noch dauerhaft eine neue Welt erschaffen, wenn man vom vielen Leid absehen möchte, das er über die Menschen brachte.

Genauso verhält es sich mit der Medizin. Sie schafft weder einen gesunden Menschen mit Verstand, noch ist sie in der Lage das angestrebte Glück des Menschen zu bewerkstelligen. Statt dessen wird viel Geld für Unfug ausgegeben.

So möchte man den Forschern heute zurufen: Geht der Menschheit ein wenig aus der Sonne.