Sugar Daddy und Sugar Mumm

Die NNZ schreibt zum Ödipuskompex:

„Und wie lautet die neue Botschaft? Im Zeichen zeitgeistiger Genderdebatten fordern junge Dynamiker alte Lüstlinge heraus. Mit Ambiguitäten, besonders sexuellen, ist es vorbei. Menschliche Beziehungen sollen geschäftsmässig kühl sein und so langweilig wie graue Anzüge. Vorbei ist es mit dem bleckenden Yachtbesitzercharme von weisshaarigen Alten. Erträglich, so heisst der Imperativ, sind die Opas höchstens, wenn sie asexuell sind, von irgendwo aus dem Londoner Bankenviertel kommen, ja nicht allzu schräg und, bitte, auf keinen Fall komisch zurechtgemacht sind.

Nur, wenn wir die alten «Widerlinge» bannen, wenn wir ihnen nicht mehr zuhören, machen wir ja eigentlich nur das, was wir immer tun: Wir «töten» unsere Väter und setzen uns selber an ihre Stelle. Wir sind ödipalisierter denn je. Richtig besessen sind wir von den alten Kerlen. Freud hätte seine helle Freude an uns Spiessbürgern.“

https://www.nzz.ch/feuilleton/sugar-daddy-dankt-ab-wie-metoo-die-alten-maenner-zum-feindbild-erklaert-hat-ld.1422381

Wikipedia schreibt zum Ödipuskomplex:

„Unbewusst richten sich die sexuellen Wünsche des Kindes auf den Elternteil entgegengesetzten Geschlechts und parallel wird gegenüber dem gleichgeschlechtlichen Elternteil, den es als Rivalen betrachtet, Eifersucht und Hass empfunden. Bei homosexuell veranlagten Menschen gilt dies umgekehrt.“

https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96dipuskonflikt

Kommentar:

An den beiden zitierten Ausschnitten lässt sich ablesen, dass der von Freud postulierte Ödipuskomplex heute aktueller ist als je zuvor. Aus alternativ medizinischer Sicht beschreibt er zwar eine gewisse Realität. Dennoch ist das eigentliche Problem hinter dem Ödipuskomplex zu sehen.

Die NZZ Autorin Frau Pines beschränkt sich vorsorglich auf die Sugar Daddys, vergisst dabei jedoch die Sugar Mumms.

Hinter dem Ödipuskomplex steht ein nicht benanntes evolutionäres Prinzip:

Alt wird gegen neu getauscht in der evolutionären Annahme, dass das Neue besser sei, als das Alte.

In einer Zeit zunehmender Dekadenz kann diese Annahme nicht mehr selbstverständlich vorausgesetzt werden.

Die Alten haben unter Umständen mehr zu bieten, als die Jungen jemals zu bieten haben werden.

Interessierte eine Generation vorher noch vorwiegend die Erbschaft und das Geld der Alten, so ist inzwischen einen Umbruch eingetreten. Die Alten haben nicht nur die besseren materiellen Reserven, sondern oftmals auch eine Gesundheit bei der jüngere nicht mehr mithalten können.

Und die Evolution wird weiter an der Nase herum geführt. Die Alten wissen von der Begrenztheit des menschlichen Lebens und fangen an gegen den frühen Tod zu kämpfen.

Das machen zwar auch immer mehr junge Menschen. Sie haben jedoch oftmals nicht die materiellen Reserven der Alten.

Der Kampf Jung gegen Alt schreitet damit in die nächste evolutionäre Auseinandersetzung.

Was Freud noch unter dem Begriff des Ödipuskomplexes mehr verharmlosend beschrieben hat, ist das evolutionäre Prinzip des Überlebens des Fitteren.

Dann schauen wir uns die Alten an und fragen ob sie tatsächlich fitter sind.

Die von der Evolution mit gegebenen Lebensbeendigungsprogramme verhindert bisher zuverlässig, dass sie Älteren fitter sein können als Jungen.

Doch auf dieser Naturgegebenheit können sich die Jüngeren sich nicht mehr ausruhen.

Dank Hahnemann wissen wir heute wie wir die Lebensbeendigungsprogramme sachgemäß zu behandeln haben. Das wird im Laufe der nächsten Jahrzehnte zu einer weiteren Verschiebung und damit zu einer besseren Gesundheit der Älteren führen.

Interessant ist der NZZ Beitrag insofern, als wir daraus lernen können wie die gesellschaftliche Diskussion sich in unbedeutenden  Aspekten der Psychologie verirrt und aus dem Ödipuskomplex ein männliches Problem machen möchte.

Dieser Sichtweise muss jedoch ernsthaft widersprochen werden.

Wenn wir für oder gegen irgendetwas kämpfen wollen sollten wir den angeblichen Gegner kennen.

Der Gegner ist jedoch nicht der Mann oder die Frau wie das von einigen gesellschaftlich arg verirrten Propheten des Untergangs gerne behauptet wird.

Der wirkliche Gegner ist unsere eigene Unfähigkeit im Überlebenskampf einen angemessenen Platz zu erobern.

Es spielt keine Rolle, ob ich als Sugar Daddy mit weißen Haaren am Krückstock laufe und im Hafen 1 Millionen Yacht zu stehen habe.

Um den Lebenskampf zu gewinnen benötige ich sowohl das eine als auch das andere.

Der Sugar Daddy und die Sugar Mumm sind für jüngere Geschlechtspartner immer dann interessant, wenn sie sowohl die Millionen Yacht im Hafen zu stehen haben, als auch bei bester Gesundheit sind.

Dann spielt das Alter plötzlich keine Rolle mehr.