Gesundheitstheorie nach Hahnemann fragwürdig

Entsprechend Organon 6. Aufl. schreibt Hahnemann:

  • . 1. Des Arztes höchster und einziger Beruf ist, kranke Menschen gesund zu machen, was man Heilen nennt1.

[Samuel Hahnemann: Organon der Heilkunst (6. Auflage). DB Spezial: Samuel Hahnemann: Gesammelte Werke, S. 21626

(vgl. Organon-6, S. 63)]

  • . 2. Das höchste Ideal der Heilung ist schnelle, sanfte, dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit, oder Hebung und Vernichtung der Krankheit in ihrem ganzen Umfange auf dem kürzesten, zuverlässigsten, unnachtheilgsten Wege, nach deutlich einzusehenden Gründen.

[Samuel Hahnemann: Organon der Heilkunst (6. Auflage). DB Spezial: Samuel Hahnemann: Gesammelte Werke, S. 21627

(vgl. Organon-6, S. 63)]

  • . 4. Er ist zugleich ein Gesundheit-Erhalter, wenn er die Gesundheit störenden und Krankheit erzeugenden und unterhaltenden Dinge kennt und sie von den gesunden Menschen zu entfernen weiß.

[Samuel Hahnemann: Organon der Heilkunst (6. Auflage). DB Spezial: Samuel Hahnemann: Gesammelte Werke, S. 21629

(vgl. Organon-6, S. 64)]

Kommentar:

Ich möchte heute mal die grundlegende Gesundheitsauffassung nach Hahnemann analysieren.

Hahnemann stellt seine Auffassung in den ersten Paragrafen des Organons vor.

Im § 1 geht er davon aus, dass es des Arztes einziger Beruf ist kranke Menschen gesund zu machen. Dabei setzt er mehr oder weniger voraus dass jeder wisse was Krankheit sei.

Dem ist jedoch nicht so. In § 2 redet er von schneller sanfter und dauerhafter Wiederherstellung der Gesundheit. Auch diese Formulierung ist in dieser Allgemeinheit zu hinterfragen und zu konkretisieren.

Im § 4 geht er auf die Rolle des Arztes als Gesundheitserhalter ein. Es seien die gesundheitsstörenden und krankheitserzeugenden Dinge von den gesunden Menschen zu entfernen.

Hier werden durch Hahnemann erhebliche medizintheoretische Grundsatzfragen unzureichend angesprochen und sehr vereinfacht ausgeführt.

Hahnemann war selbst verständlich klar, dass die Lebenskraft alleine für Gesundheit und Krankheit zuständig ist.

Davon ist bei ihm in den ersten Paragrafen zu den grundsätzlichen Fragen von Krankheit und Gesundheit geht jedoch nicht die Rede.

Er spricht zwar in der Vorrede und dann in § 7 Organon wieder von der Lebenskraft. Die zentrale Bedeutung der Lebenskraft für Gesundheit und Krankheit wird jedoch bei der Definition der Heilung durch den Arzt unbeachtet gelassen.

Weiter heißt es bei Hahnemann:

Noch mehr; die größten Peiniger unsers irdischen Daseyns, die Zunder zu den unzähligen Krankheiten, unter denen seit Jahrhunderten und Jahrtausenden die gepeinigte Menschheit seufzt, die chronischen Miasmen (Psora, Syphilis, Sykosis), nimmt die verstandlose Lebenskraft im Körper ohne Bedenken auf, vermag aber keins derselben nicht einmal zu mindern, geschweige denn eigenthätig wieder aus dem Organism zu entfernen; vielmehr läßt sie dieselben darin wuchern, bis der Tod oft nach einer langen, traurigen Lebenszeit dem Leidenden die Augen schließt.

[Samuel Hahnemann: Organon der Heilkunst (6. Auflage). DB Spezial: Samuel Hahnemann: Gesammelte Werke, S. 21558

(vgl. Organon-6, S. 27)]

In diesem Abschnitt beschreibt Hahnemann das eigentliche Problem der Krankheiten welches er in den chronischen Krankheiten erkannt hat.

Die Dreiteilung seiner Miasmenlehre braucht hier nicht weiter untersucht zu werden da sie sich aus den heutigen Erkenntnissen etwas anders darstellt.

Interessant an seinen Ausführungen ist jedoch die Bezeichnung der verstandlosen Lebenskraft.

Mit unseren heutigen Erkenntnissen können wir die angeblich verstandlose Lebenskraft als die grundlegenden Dienstprogramme des Lebens ansehen die sich auf der Quantenebene im Zellularbereich abspielen.

Im Gegensatz zum Aberglauben aller Esoteriker haben wir auf dieser Steuerungsebene durch unser Bewußtsein keinen Einfluss. Sie macht sich oft auch nicht durch die von Hahnemann als homöopathische Mittelwirkung beschriebene Symptomatik bemerkbar. Wir erkennen sie nur an ihrer Wirkung auf den Organismus. Sie verläuft so unsichtbar, dass es einiger Beobachtungsgabe erfordert das heimliche Wirken der Lebenskraft zu erkennen. Von einer verstandlosen Lebenskraft kann, entgegen Hahnemann, keinesfalls die Rede sein. Wer so intelligent im Hintergrund ohne Lärm alle Lebensprozesse am Laufen hält, kann nicht verstandlos sein. Sie richtet sich lediglich nicht nach dem Verstand des einzelnen Arztes, sondern nach dem Verstand der Evolution. Das ist Hahnemann damals offenbar nicht aufgefallen.

Wenn Hahnemann schreibt des Arztes höchster und einziger Berufe sei kranke Menschen gesund zu machen muss also erst einmal definiert werden was Gesundheit und Krankheit sein sollen.

Dazu gibt es zwar eine unsägliche Definition der WHO die jedoch so ungeeignet ist, dass sie nicht einmal wiedergegeben werden muss.

Wir wissen heute dass es bei jedem Lebewesen sowohl auf- als auch abbauende Kräfte gibt. Nach der Zeugung sollten die aufbauenden Kräfte der Lebenskraft soweit überwiegen, dass sich ein gesunder Organismus entwickeln kann. Diese aufbauenden Kräfte drängen anfangs im Laufe des Lebens die abbauen Kräfte normalerweise so weit zurück, dass sie nicht mehr von Bedeutung sind.

Wichtig dabei ist zu beachten, dass diese beiden Kräfte im gesamten Leben in einem veränderbaren Gleichgewicht stehen.

Der Arzt greift, wenn er in irgendeiner Weise medizinisch tätig werden will, grundsätzlich in die Funktion der Lebenskraft ein.

Hahnemanns § 1 sollte demzufolge wie folgt umdefiniert werden:

Des Arztes einzige Aufgabe sollte darin bestehen eine geschwächte oder kranke Lebenskraft des Patienten zu stärken oder gesunden zu lassen und dem Patienten auf diese Weise ein langes und gesundes Leben zu ermöglichen.

Dabei ist das schnelle, sanfte und dauerhafte unterdrücken von Symptomen der Lebenskraft ein Ziel, was vielleicht bei akuten Krankheiten eine gewisse Berechtigung hat, bei chronischen Krankheiten jedoch nicht zur Stärkung der Lebenskraft beiträgt, sondern eher das Gegenteil bewirkt.

Die Fluktuation der Lebenskraft, welche durch akute Krisen bzw. akute Infekte bewirkt wird, ist für die dauerhafte Stärkung der Lebenskraft unabdingbar. Das ist die gegenteilige Auffassung jeder Schulmedizin. Letztere bemüht sich jede akute Krise schnellst möglich zu überwinden, ohne Rücksicht auf die Stärkung der Lebenskraft. Akute Krisen sollten jedoch vorrangig die Lebenskraft stärken. Dazu sollten regelmäßig leichte Infekte auftreten. Das Fehlen derselben deutet eher auf einen Mangel an Lebenskraft, also unzureichende Fluktuation der Lebenskraft, hin.

Das Esotherikerschema, welches auch in der Schulmedizin gilt lautet:

  • Infekt schlecht,
  • Fehlen von Symptomen ist gut,

Es führt also nicht zu einem gesünderen und längeren Leben,sondern zum Gegenteil. Da hilft dann auch die Stammzellentherapie nicht wirklich das Leben zu verlängern.

Wir brauchen also drei Kriterien für das verlängerte Leben:

  • Quantensynchronisation des gesamten Organismus
  • Fluktuation der Lebenskraft mit den dazu gehörigen Infekten,
  • Dämpfen der Lebensbeendigungs- und Selbstzerstörungsprogramme

Für alle drei Kriterien gibt es ausreichende Untersuchungs- und Behandlungsmethoden.

Wenn die Stammzellen ab 90. Lebensjahr dennoch vom Organismus vollständig vernichtet worden sein sollten, könnte über Stammzellentransplantation nachgedacht werden (vgl. Aubrey de Grey).