der Tod durch Pharmazeutika

Das Deutsche Ärzteblatt führt aus:

„Im März 2017 hatte das Bundesverwaltungsgericht überraschend entschieden, in einem „extremen Einzelfall“ dürfe der Staat den Zugang zu einem Betäubungsmittel nicht verwehren, das dem Patienten eine würdige und schmerzlose Selbsttötung ermögliche. Voraussetzung für eine solche Notlage sei, dass eine andere zumutbare Möglichkeit zur Verwirklichung des Sterbewunsches nicht zur Verfügung stehe.

Die Bundesregierung verweigere die Umsetzung des Urteils „aus Respekt vor dem Bundesverfassungsgericht“, sagte Spahn der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Karlsruhe prüft den Angaben zufolge, ob das im November 2015 beschlossene Verbot der geschäftsmäßigen Suizidbeihilfe mit dem Grundgesetz vereinbar sei. Der Minister sagte, die Position der Bundesregierung „im Lichte dieser Entscheidung“ zu überprüfen. Nach seiner Rechtsauffassung könne ein Suizid keinen medizinischen Nutzen haben.“

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/97743/Staatliche-Sterbehilfe-Spahn-verteidigt-Nichtumsetzung-hoechstrichterlichen-Urteils

Kommentar:

Das Bundesverwaltungsgericht hat eingeschränkt Sterbehilfe über den Zugang durch pharmakologische Präparate zugelassen.

Vermutlich wird diese Auffassung vom Bundesverfassungsgericht bestätigt werden.

Aus alternativ medizinischer Sicht besteht keine Notwendigkeit pharmakologische Präparate zur Selbsttötung zuzulassen.

Wir haben in den Beiträgen zu den Lebensbeendigungsprogrammen herausgearbeitet, dass der lebendiger Organismus von der Evolution bereits zwei zuverlässig arbeitende Lebensbeendigungsprogramme einprogrammiert hat die mit einer statistisch Wahrscheinlichkeit das Leben zu einem bestimmten Zeitpunkt absolut sicher beenden.

Durch diese Programme wird von Natur aus niemand 980 Jahre.

Wer die Mühe des Lebens scheut neigt vielleicht dazu es von sich aus zu beenden und damit in den Schöpferplan Gottes einzugreifen.

Genauso wie es eine Anmaßung ist Leben an Gottes Stelle erschaffen zu wollen, genauso ist es eine Anmaßung  Leben an Gottes Stelle beenden zu wollen. Vor dieser Anmaßung scheuen die Gerichte offenbar nicht zurück.

Es ist zwar auch eine Anmaßung das Leben an Gottes Stelle verlängern zu wollen. Diese Möglickeit ist von der Evolution jedoch beim Menschen bereits vorgesehen und kann nicht als gotteswidrig angesehen werden.

Der Mensch verfügt über umfangreiche Mechanismen, die ihm ein langes Leben ermöglichen könnten, wenn er es nicht in seiner eigenen Dummheit immer wieder neu zerstören oder zumindest verkürzen würde. Die Selbstzerstörung durch Dummheit ist vom Evolutionsplan Gottes jedoch vorgesehen und kann unterschiedlich bewertet werden, auch wenn wir meinen die Dummen vor ihrer eigenen Dummheit schützen zu wollen. Mit dieser Aussage soll kein lebender Zeitzeuge angesprochen sein.

Die Frage, ob ein Suizid medizinischen Nutzen habe, stellt sich in Anbetracht dieser Ausführungen hoffentlich nicht mehr.

Suizidbeihilfe mit Giften gehört verboten. Wer sich das Leben nehmen möchte sollte das machen, was früher selbstverständlich war: Nichts mehr essen und Trinken. Das ist vielleicht anstrengend, überlässt dem Kandidaten jedoch so viel Zeit zum Nachdenken über sein gotteswidriges Treiben, dass er es sich auch gerne anders überlegen kann und statt sich umzubringen vielleicht in eine gemeinnützige Einrichtung geht um für andere Menschen nützlich zu sein, natürlich nur soweit das möglich ist.

Hier können wir von Indien und den Sikh viel lernen.

Ab in die Tonne

Harald Schmidt zu den nicht zu lesenden Büchern, u. a. Goethe (Min. 5,35):

https://www.youtube.com/watch?v=guAqz02be3k

Er erklärt: „Goethe braucht man auch nicht aufheben. Das meiste von Goethe  ist Sterbens langweilig. Iphigenie auf Taurus kann keiner gut finden.  Faust sei großartig. Warum? Das ist mal so eine Behauptung! … Ich finde, wer Goethe zu weiten Teilen wegschmeißt, beweist Stil.“

Herr Schmidt bringt es letztlich auf den Punkt:

Nötig sei lediglich Shakespeare, Novalis und die Bibel.

Meine Alternativliste sieht etwas anders aus:

Die Bibel, Hahnemann und Shakespeare (aber bitte im Original, wegen der genialen Sprache und nicht in der Schlegel-Tieck-Übersetzung).

Dann kommen natürlich noch einige medizinisch erforderliche Bücher hinzu.

Die werden jedoch nicht gelesen, sondern bei passender Gelegenheit studiert und auswendig gelernt.

Der Rest kann auf den Müllhaufen der Geschichte.

Theoretisch würde die Bibel alleine auch ausreichen.

Doch die meinsten merken ihr Leben lang nicht, dass alle anderen Autoren lediglich schreiben um ihre eigene tödliche Langeweile zu vertreiben, nicht jedoch um einen sinnvollen Lebensinhalt im Sinne des Schöpfers des Himmels und der Erde zu haben.

Das formuliert Herr Schmidt zwar nicht. Dennoch hat er offenbar recht.

Hier ein kurzer Ausschnitt (Iphigenie):

„Dem Wahnsinn verfallen wähnt Orest sich in der Unterwelt, wo er seinen Vorfahren aus dem Geschlecht des Tantalus begegnet. Er versöhnt sich mit all denen, die, mit demselben Fluch belegt wie er, ihm in den Hades vorausgegangen sind.“

Quelle: Iphigenie auf Tauris – Johann Wolfgang von Goethe – Inhaltsangabe
https://www.inhaltsangabe.de/goethe/iphigenie-auf-tauris/

Dem Wahnsinn verfallen? Alle mit demselben Fluch belegt, die vor ihm in den Hades gegangen sind? Wie recht Herr Schmidt doch hat.

Das ewige Leben oder der ewige Tod

Die NZZ diskutiert die Grundfragen des Lebens:

„Noch grausamer findet Strasser aber die finale Option des immerwährenden Lebens: «Jenes wäre abgrundtief sinnlos, weil bloss noch gelebt würde, um nicht zu altern, nicht krank zu werden.» Das sich daraus nährende paradoxe Credo fasste er im Schlusssatz zusammen: «Ich lebe, um nicht zu sterben.» Martin Meyer, Moderator und ehemaliger NZZ-Feuilletonchef, gab den Ball den weiteren Podiums-Gästen Tanja Krones, Ärztin Klinische Ethik am Universitätsspital Zürich, sowie Josef Reichholf, Zoologe und Evolutionsbiologe, weiter.“

https://www.nzz.ch/zuerich/wer-tut-sich-ewiges-leben-an-ld.1420069

Kommentar:

Das immer währende Leben soll Abgrund tief sinnlos sein, sinnlos weil  gelebt würde um nicht zu sterben und nicht krank zu werden.

Die Diskussion geht an der Frage des persönlichen Lebenssinns vollständig vorbei. Wir haben in den letzten Beiträgen herausgearbeitet, dass das Leben, also konkret unser eigenes individuelles, von vornherein nicht mit einem Lebenssinn versehen ist. Wir müssen uns diesen selbst schaffen, wenn wir nicht orientierungslos durchs Leben gehen wollen und zum Schluss fragen: Was ist Leben?

Wenn sich nun  gerade viele junge Menschen in ihrer Orientierungslosigkeit vornehmen sie wollen (zuerst oder lediglich) Leben um nicht zu sterben ist das aus deren Sicht durchaus verständlich. Solange dieser nachvollziehbare Lebenssinn des nicht sterben Wollens nicht durch einen besseren Lebenssinn ersetzt wird hat er durchaus eine Berechtigung und ist besser als eine Orientierung an einer sonstigen kommunistischen oder kapitalistischen Ideologie.

Die Religionen der Welt gehen jedoch nicht ohne Grund auf Gott als den Schöpfer des Himmels und der Erde ein und begründen ihren Glauben damit. Sobald der Glaube an Gott als den Schöpfer des Himmels und der Erde abgelehnt wird und durch Ideologien,  Aberglauben oder Selbsterhebung zu Gott ersetzt wird, gibt es im Leben der so Abergläubigen keinen wirklichen Lebenssinn. Eine Ideologie glauben heißt immer Unsinn glauben, was wir vom Glauben an den Schöpfer des Himmels und der Erde nicht behaupten können. Der Schöpfer selbst ist kein Unsinn, Unsinn ist der Glaube an menschliche Eigenschaften des Schöpfers.

Leben um nicht sterben zu müssen ist für sich genommen nicht geeignet einen tragfähige  Lebenssinn zu bieten. Wenn die Zielstellung  des nicht sterben Müssens kombiniert wird mit  dem Wissen von Gott (nicht dem Glauben an Gott) als den Schöpfer des Himmels und der Erde  ergibt sich daraus eher ein tragfähiger Glauben.

Von Gott als den Schöpfer zu wissen heißt letztlich sein eigenen Leben aus dessen Sicht zu leben oder die Gegenposition einzunehmen als den Zerstörer der Werke Gottes.

Wenn wir das Leben verlängern wollen, müssen wir die Lebensbeendigungsprogramme umprogrammieren und nicht darauf hoffen, dass Gott irgendwann unser Leben verlängert. Er hat es so eingerichtet, dass nur wenige älter als 90 Jahre werden und sieht sich für derartige Wünsche nicht zuständig.

Der Patient will betrogen sein, also betrügen wir ihn

Herr Zimmerli philosophiert über die Digitalisierung:

https://www.nzz.ch/feuilleton/die-rehabilitierung-der-taeuschung-ld.1413992

Dabei führt er interessante Sätze an:

Als Descartes-Postulat könne bezeichnet werden:

„Es sei alles zu bezweifeln, was nicht klar und deutlich erkannt werden könne («clare et distincte percipitur»), um so das unerschütterliche Fundament («fundamentum inconcussum») all unseres Wissens zu finden.“

Und die alte römische Formel «mundus vult decipi ergo decipiatur» (Die Welt will betrogen sein, also sei sie betrogen).

Was das Ganze mit Digitalisierung zu tun hat entzieht sich dem aufmerksamen Leser einigermaßen.

Für den Mediziner bieten diese philosophischen Aussagen jedoch eine gute Ausgangsbasis für die Diskussion.

Wir haben in den vorangehenden Beiträgen bereits analysiert, dass Herr Kant zwar einen letzten Lebenssinn postuliert. Wenn es darum geht diesen zu definieren kommt jedoch die große gähnende Leere.

Das wäre jedoch die einzige Frage gewesen für die sich in der Menschheitsgeschichte jemals ein Philosoph hätte interessieren sollen.

Da ist die obige Formel von Herrn Descartes für den Mediziner weitaus interessanter.

Das was wir nicht klar und deutlich erkennen können sollten wir bezweifeln.

Die Frage in der Medizin lautet:

Was sind die Ursache der chronischen Krankheiten?

Der erste Arzt der sich bemüht hat diese Frage zu beantworten war Herr Hahnemann. Auch wenn seine Antwort aus heutiger Sicht des Autors verkehrt war, hat er damit trotzdem das grundsätzliche Problem jeder Medizin angesprochen.

Wenn ich alle Studienbücher der Medizin durcharbeiten würde, stelle ich fest, dass diese Frage bis heute in den Lehrbüchern der Medizin nicht einmal gestellt geschweige denn beantwortet wird.

Ich fasse die beiden Aussagen zusammen:

Die Naturwissenschaften können nicht definieren, wofür wir überhaupt leben, das aber mit ganzer Kraft und vielen klugen Sprüchen.

Gleichzeitig weiß die Naturwissenschaft nicht was eine chronische Krankheit im Sinne von Hahnemann darstellt und wie sie geheilt werden könnte.

Da war Herr Hahnemann jedoch um einiges weiter.

Er wusste sowohl was eine chronische Krankheit ist, wusste auch wozu er lebte und ob es einen Schöpfer des Himmels und der Erde gibt.

Wenn ich diese Grundlagen der modernen Medizin ansehe und sie mit Hahnemann vergleiche, kann ich nur sagen die moderne Medizin ist krank wie die Cholera und Pest gleichzeitig oder anders formuliert: Wir müssen alle sterben wissen aber nicht warum.

Eine Heilung dieser geistigen Krankheit ist nicht einmal ansatzweise in Sicht.

Doch an dieser Stelle passt bereits der zweite Spruch der Römer hervorragend: Die Welt will betrogen sein also betrügen wir sie.

Wenn wir schon nicht wissen warum wir leben und sterben, das jedoch mit ganzer Zuversicht des Unsinnigen, dann betrügen wir uns und andere wenigstens um den Sinn des Lebens. Das erfolgt bereits in der Schule durch Vermittlung von unsinnigen Lebensinhalten, wie ich bei Goethe versucht habe aufzuzeigen.

Herr Kodalle hat sich mit dem Problem randläufig beschäftigt:

„Die Verzweiflung vieler ehemaliger DDR-Bürger sei eben deshalb so groß, weil ihnen ein zentrales Lebensziel abhanden gekommen ist, während für viele Westdeutsche doch inzwischen eine gewisse Relativierung der Arbeit selbstverständlich geworden sei.“

Zitiert nach: „Arbeit und Lebenssinn: Eine aktuelle Herausforderung in historischer und systematischer Perspektive (Kritisches Jahrbuch der Philosophie)“
herausgegeben von Klaus-Michael Kodalle

https://www.amazon.de/gp/search?index=books&linkCode=qs&keywords=9783826021374

Max Weber führte nach Wikipedia aus:

Aber: „Nicht Arbeit an sich, sondern rationale Berufsarbeit ist eben das von Gott verlangte“ (Bd. 1, S. 171).

So trug, nach Weber, der Puritanismus „das Ethos des rationalen bürgerlichen Betriebs und der rationalen Organisation der Arbeit“ (Bd. 1, S. 174).

Dieser Protestantismus verpflichtet den Einzelnen, zum Ruhme Gottes, Besitztum zu erhalten und durch rastlose Arbeit zu vermehren – beides wesentliche Bestandteile des „modernen kapitalistischen Geistes“. In diesem Zusammenhang weist Weber darauf hin, dass „die Genesis dieses Lebensstils“ in einzelnen Wurzeln, wie auch bei anderen Bestandteilen, bis ins Mittelalter zurück reicht (Bd. 1, S. 179).

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_protestantische_Ethik_und_der_Geist_des_Kapitalismus

Das Zitat von Herrn Kodalle zu den ehemaligen DDR-Bürgern  bringt es jedoch am besten auf den Punkt:

„Leben wir, so leben wir für die Arbeit, sterben wir, dann sterben wir für die Arbeit. Egal, ob wir leben oder sterben, wir tun beiden nur für die Arbeit.“

So könnte der Römerspruch in Abwandlung formuliert werden, wenn wir die kommunistische und kapitalistische Ideologie zu grunde legen (vgl. Brief an die Römer 14.8).

Der Originalspruch lautet:

„Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn (Jerusalemer Bibel).

Das ist die zentrale Religion des Kommunismus und des Kapitalismus, soweit wir das Wort „Herr“ durch das Wort „Arbeit“ ersetzen.

Der große Gottesleugner

Zur Gretchenfrage äußert sich Wikipedia:

„Der Begriff Gretchenfrage bezeichnet eine Gewissensfrage (oder eine Frage nach dem Willen), die vom Befragten nicht gerne beantwortet wird.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Gretchenfrage

Hier  der Auszug aus dem Faust:

 Ach Margarete
Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?
Du bist ein herzlich guter Mann,
Allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.

3415

Faust
Laß das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut;
Für meine Lieben ließ‘ ich Leib und Blut,
Will niemand sein Gefühl und seine Kirche rauben.

3420

Margarete
Das ist nicht recht, man muß dran glauben.

Faust
Muß man?

Margarete
Ach! wenn ich etwas auf dich konnte!
Du ehrst auch nicht die heil’gen Sakramente.

Faust
Ich ehre sie.

Margarete
Doch ohne Verlangen.
Zur Messe, zur Beichte bist du lange nicht gegangen.
Glaubst du an Gott?

3425

Faust
Mein Liebchen, wer darf sagen: Ich glaub an Gott?
Magst Priester oder Weise fragen,
Und ihre Antwort scheint nur Spott
Über den Frager zu sein.

3430

Margarete
So glaubst du nicht?

Faust
Mißhör mich nicht, du holdes Angesicht!
Wer darf ihn nennen?
Und wer bekennen:
»Ich glaub ihn!«?
Wer empfinden,
Und sich unterwinden
Zu sagen: »Ich glaub ihn nicht!«?
Der Allumfasser,
Der Allerhalter,
Faßt und erhält er nicht
Dich, mich, sich selbst?
Wölbt sich der Himmel nicht da droben?
Liegt die Erde nicht hier unten fest?
Und steigen freundlich blickend
Ewige Sterne nicht herauf?
Schau ich nicht Aug in Auge dir,
Und drängt nicht alles
Nach Haupt und Herzen dir,
Und webt in ewigem Geheimnis
Unsichtbar sichtbar neben dir?
Erfüll davon dein Herz, so groß es ist,
Und wenn du ganz in dem Gefühle selig bist,
Nenn es dann, wie du willst,
Nenn’s Glück! Herz! Liebe! Gott
Ich habe keinen Namen
Dafür! Gefühl ist alles;
Name ist Schall und Rauch,
Umnebelnd Himmelsglut.

3435

3440

3445

3450

3455

http://sciencesoft.at/book/book?book=Faust1&chapter=18&lang=de

Kommentar:

Goethe ist die Definition Gottes durchaus bewusst:

„Der Allumfasser,
Der Allerhalter,
Faßt und erhält er nicht
Dich, mich, sich selbst?
Wölbt sich der Himmel nicht da droben?
Liegt die Erde nicht hier unten fest?
Und steigen freundlich blickend
Ewige Sterne nicht herauf?
Schau ich nicht Aug in Auge dir,“

Das beschreibt Gott als den Schöpfer des Himmels und der Erde.

An diesen muss man nicht glauben, ergänzt er und führt aus, er wirke so selbstverständlich, dass ein Glaube an ihn nicht erforderlich wäre. Wir sehen ihn und müssten deshalb nicht glauben.

Dann werden seine Ausführungen jedoch abwegig:

„Nenn es Glück, Herz, Liebe, Gott.“

Als ob diese drei Aussagen identisch wären, also speziell mit Gott zu tun hätten.

Goethe versucht mit der Aussage den Gottesbegriff auf die Gefühlsebene herabzuwürdigen. Gefühle sind nach der Schöpferdefintion jedoch nicht für die Erschaffung des Himmels und der Erde zuständig.

Wir wissen aus unseren medizinischen Erfahrungen, dass die Orientierung im Leben die wichtigste Grundlage für Gesundheit darstellt.

Gott in unseren Gefühlen zu finden ist der offensichtlich verkehrte Weg.

Damit gibt Goethe zu, es gibt keinen Sinn in seinem Leben. Das einzige was er erkennen kann sind Gefühle.

Dasselbe Problem hat ein Gefühl überschwänglicher Patient, wenn er sich selbst keinen Lebenssinn zugeordnet hat, also keine Orientierung im Leben hat.

Dann versucht der gefühlsüberschwängliche Patient in der Steigerungsstufe das angeblich Wahre Gotteserlebnis mit Gefühlsverstärkern wie Rauschmittel oder Meditation zum Lebenssinn zu erheben.

Das nenne ich das atheistische Problem der Gegenwart oder der Tanz des Satans um das Goldene Kalb.

Goethe wird heute in den weiterführenden Schulen als Weltliteratur mit dieser verkehrten Weltsicht allen Schülern obligatorisch vermittelt.

Welche Folgen diese kranke Weltsicht hat ist offensichtlich.

Eine gesunde Religiosität, welche den Schöpfer des Himmels und der Erde als oberste Autorität anerkennt, dabei jedoch keine Gefühle und keine falschen Autoritäten an die Stelle von Gott erhebt ist in unserer Gesellschaft verloren gegangen.

Esoterik ist alles, Gott ist nichts. Genau diese finden wir bei Goethe und dem Atheismus der Gegenwart.

Die Homöopathie macht da heute leider keine Ausnahme.

Von Diogenes lernen heißt leben lernen

Zitat:

„Die Griechen […] beschlossen, mit Alexander gegen die Perser einen Kriegszug zu unternehmen, wobei er auch zum Oberfeldherrn ernannt worden war. Da bei dieser Gelegenheit viele Staatsmänner und Philosophen ihm die Aufwartung machten und Glück wünschten, dachte er, daß auch Diogenes von Sinope, der sich eben in Korinth aufhielt, ein Gleiches tun würde. Aber dieser blieb ungestört in seiner Ruhe im Kraneion [Platz in Korinth], ohne sich im Geringsten um Alexander zu kümmern; daher begab der sich zu Diogenes hin. Diogenes lag eben an der Sonne. Als aber so viele Leute auf ihn zukamen, reckte er sich ein wenig in die Höhe und sah Alexander starr an. Dieser grüßte ihn freundlich und fragte, womit er ihm dienen könnte. ‚Geh mir nur‘, versetzte er, ‚ein wenig aus der Sonne!‘ Davon soll Alexander so sehr betroffen gewesen sein und, ungeachtet der ihm bewiesenen Verachtung, den Stolz und die Seelengröße des Mannes so sehr bewundert haben, daß er, als seine Begleiter beim Weggehen darüber scherzten und lachten, ausrief: ‚Wahrlich, wäre ich nicht Alexander, ich möchte wohl Diogenes sein.‘“

– Plutarch: Alexandros 14

https://de.wikipedia.org/wiki/Diogenes_von_Sinope

Kommentar:

Was lernen wir von Diogenes?

Alexander ging voller Tatendrang und Welteroberungsübermut zu Diogenes.

Er wollte von ihm hören, dass die Götter auf Seite von Alexander seien und seinen Feldzug gegen die Perser erfolgreich werden lassen würden.

Die größenwahnsinnigen Pläne interessierten Diogenes jedoch wenig. Seine Antwort: Gehe er mir nur ein wenig aus der Sonne muss ihn entsetzt haben.

Der Vergleich zur heutigen Medizin drängt sich auf.

So wie der junge Alexander meinte die Welt erobern zu können, genauso meinen Forscher in der Medizin Herrscher über Leben und Tod spielen zu dürfen.

Das Treiben eines Alexander war jedoch nichtig. Er hat weder die Welt aus den Angeln gehoben noch dauerhaft eine neue Welt erschaffen, wenn man vom vielen Leid absehen möchte, das er über die Menschen brachte.

Genauso verhält es sich mit der Medizin. Sie schafft weder einen gesunden Menschen mit Verstand, noch ist sie in der Lage das angestrebte Glück des Menschen zu bewerkstelligen. Statt dessen wird viel Geld für Unfug ausgegeben.

So möchte man den Forschern heute zurufen: Geht der Menschheit ein wenig aus der Sonne.

Der Glaube des Homöopathen bei Kent

Herr Kent ging davon aus, dass nur ein gläubiger Mensch Homöopath werden könne. Ich habe vorangehenden Beitrag bereits darauf aufmerksam gemacht, dass die Heilung chronischer Krankheiten ein Eingriff in das Geschehen der Evolution ist und damit dem alten Mann mit dem weißen Bart in das Handwerk pfuscht.

Man kann deshalb die Auffassung vertreten es stehe dem Menschen nicht zu Gottes Werk zu boykottieren.

In der Tat kommt aus katholischen Kreisen regelmäßig Kritik an der Homöopathie, die darin eine Art Hexerei sehen wollen.

Damit sind wir bereits mitten in den Grundfragen jeder Religion angelangt.

Wer Medizin und noch mehr die Menschwerdung als das Ergebnis chemischer Reaktionen ansieht wird weder das Wesen der Lebenskraft noch das der Lebensbeendigungsprogramme verstehen können.

Wenn ich Medizin und die Menschwerdung jedoch als eine Fortsetzung des Werkes Gottes ansehe wird die Auffassung von Herrn Kent verständlich.

Richtige Homöopathie ist die Fortsetzung des Werkes Gottes ohne Hexerei und übersinnlichen Unfug oder sonstiger Heilslehren.

Wer dabei die Heilslehren der Religion beiseite schiebt, Medizin nicht als Nächstenliebe begreift, sondern als Gelderwerbsquelle und dabei möglicherweise sogar noch mit betrügerischen Mitteln arbeitet, der ist als Fortsetzer der Werke Gottes nicht geeignet, sondern eher Vertreter des Faustischen Alltagsmenschen in Mitteleuropa, wie er uns bereits in der Schule nahe gelegt wird.

Wer wissen möchte was Nächstenliebe ist, der sollte zum Sikhtempel nach Delhi fahren und sich die Speisung der Zehntausenden ansehen.

Vom Endzweck des Menschseins bei Kant

Kant schreibt:

Von dem Menschen nun (und so jedem vernünftigen Wesen in der Welt), als einem moralischen Wesen, kann nicht weiter gefragt werden: wozu (quem in finem) er existiere. Sein Dasein hat den höchsten Zweck selbst in sich, dem, so viel er vermag, er die ganze Natur unterwerfen kann, wenigstens welchem zuwider er sich keinem Einflusse der Natur unterworfen halten darf. – Wenn nun Dinge der Welt, als ihrer Existenz nach abhängige Wesen, einer nach Zwecken handelnden obersten Ursache bedürfen, so ist der Mensch der Schöpfung Endzweck; denn ohne diesen wäre die Kette der einander untergeordneten Zwecke nicht vollständig gegründet; und nur im Menschen, aber auch in diesem nur als Subjekte der Moralität, ist die unbedingte Gesetzgebung in Ansehung der Zwecke anzutreffen, welche ihn also allein fähig macht, ein Endzweck zu sein, dem die ganze Natur teleologisch untergeordnet ist.32

[Kant: Kritik der Urteilskraft. DB Sonderband: Die digitale Bibliothek der Philosophie, S. 29118

(vgl. Kant-W Bd. 10, S. 394-395)]

 

Kommentar:

Hahnemann hat bewusst abgelehnt über medizinische Sachverhalte zu spekulieren und ein philosophisches Gebäude dafür zu errichten.

Wie wir in den chronischen Krankheiten bei Hahnemann sehen, kam auch er nicht umhin eine Theorie der chronischen Krankheiten aufzustellen. Das wurde von nachfolgenden Homöopathen als Einladung aufgefasst wildeste philosophische Spekulationen zur Homöopathie aufzustellen, die jeglicher nachprüfbarer Grundlage entbehren.

Ich möchte deshalb in dieser Betrachtung auf die Elementarebene zurückkommen. Ganz ohne elementare Betrachtung zum Menschsein und den Krankheiten wird eine Medizin nicht in der Lage sein Krankheiten zu erkennen zu behandeln und zu heilen.

Die Philosophen haben sich seit Menschheitgedenken bemüht eine Theorie vom Sinn des Lebens aufzustellen.

Kant macht dazu eine klare Ansage: Beim Menschen könne nicht hinterfragt werden wozu er überhaupt existiere. Anders formuliert heißt es das menschliche Dasein hat von vornherein keine Sinn und keinen Zweck an sich.

Um den Glauben an einen Sinn im menschlichen Dasein doch noch zu retten greift Herr Kant zu einer Form der Intellektuellen Selbstüberlistung mit Rückfrageverbot. Er postuliert frisch und fröhlich, wenn schon der Mensch einer nach Zwecken handelnden obersten Ursache bedürfe, so sei der Mensch bereits der Endzweck der Schöpfung.

Damit sind wir jedoch bereits wieder bei den biblischen Glaubensaussagen gelandet, ohne dass Herr Kant diese Glaubensaussage auch als solche kennzeichnen würde.

Wohin diese Art der Frömmigkeit führt, sehen wir im Goethespruch:

Engel
Gerettet ist das edle Glied
Der Geisterwelt vom Bösen,
Wer immer strebend sich bemüht,
Den können wir erlösen.
Und hat an ihm die Liebe gar
Von oben teilgenommen,
Begegnet ihm die selige Schar
Mit herzlichem Willkommen.

Vielleicht gibt es auch Erlösung ohne sinnloses Treiben ohne Unterlass?

Wir können uns sparen Jahrtausende alte philosophische Werke zu studieren. Der letzte Sinn des Menschseins wird von keinem Philosophen ernsthaft behauptet. Herr Hahnemann tat gut daran sich nicht an diesen wilden Spekulationen ohne Sinn und Verstand zu beteiligen.

Auch modernen Homöopathen täten besser  daran sich von esoterischen Spinnereien der Neuzeit fernzuhalten.

Lebenskraft bei Schopenhauer

Hier ist seine Auffassung zur Lebenskraft:

„ganz dieser Art ist endlich der eben jetzt, in der Mitte des 19. Jahrhunderts wieder aufgewärmte, aus Unwissenheit sich original dünkende, rohe Materialismus, welcher zunächst, unter stupider Ableugnung der Lebenskraft, die Erscheinungen des Lebens aus physikalischen und chemischen Kräften erklären, diese aber wieder aus dem mechanischen Wirken der Materie, Lage, Gestalt und Bewegung erträumter Atome entstehen lassen und so alle Kräfte der Natur auf Stoß und Gegenstoß zurückführen möchte, als welche sein »Ding an sich« sind.“

Schopenhauer, Arthur. Die Welt als Wille und Vorstellung. Band I (German Edition) (Kindle-Positionen2642-2643). Kindle-Version.

Zum Treiben der Ärzte hat er folgende Auffassung:

Nicht Ärzte und Apotheker, sondern die Lebenskraft heilt die Krankheiten, für welche jene Herren dann das Geld einstreichen
> P II 171, 185, 184 Anm.

http://www.arthur-schopenhauer-studienkreis.de/Schopenhauer-Begriffe/Lebenskraft/lebenskraft.html

Kommentar:

Bei den heutigen Ärzten und Wissenschaftlern wird man vergeblich nach dem Begriff der Lebenskraft suchen.

Umso erfreulicher ist es, dass sich zumindest Herr Schopenhauer über die Lebenskraft und ihr Wirken Gedanken gemacht hat.

Auch in der Gegenwart meinen die Forscher die Lebenskraft ignorieren zu dürfen um das Wirken des Lebens aus physikalisch chemischen Kräften heraus erklären zu wollen.

Diese Auffassung hat Herr Schopenhauer bereits verworfen.

Lediglich die Alternativmediziner Herr Hahnemann oder Herr Messmer haben ihre medizinischen Systeme auf dem Wirken der Lebenskraft aufgebaut.

Wenn wir uns heute die Aufgabe stellen chronische Krankheiten heilen zu wollen müssen wir auf das Wissen der Alternativmediziner wie Hahnemann und seine Schüler zurückgreifen.

Bei Schopenhauer ist interessant, dass er eine Lebenskraft nicht lediglich im belebten Bereich sieht, sondern der Entstehung des Universums bereits eine gewisse Lebenskraft zugesteht.

Bei Schopenhauer sind keine esoterischen Ergüsse zur Lebenskraft zu finden. Seine Auffassung ist mit einem wissenschaftlichen Weltbild der Gegenwart in Übereinstimmung zu bringen.

Zusammenfassung Erkenntnisse der Homöopathieforschung

Ich möchte die Erkenntnisse der letzten Jahre in kurzen Thesen zusammenfassen:

I.

Homöopathie beruht auf quantenartigen Informationen, die in Gleichgewichtskreise der DNA eingreift und diese zeitweilig verschiebt.

Homöopathie beruht nicht auf einer geistartigen Wirkung in dem Sinne, dass sie über die Psyche wirken würde, sondern geistartig im Sinne von Informationsartig und auf intrazelluläre Regelkreise bezogen.

Geistheilung und Homöopathie haben beide nichts gemeinsam. Homöopathie wirkt durch das berühren der Nervenenden mit der Quanteninformation aus dem homöopathischen Mittel. Geistheilung wirkt durch geistige Einflussnahme des Geistheilers.

Dann komme ich zu den Irrtümern der Homöopathie:

Eine Grundannahme der Homöopathie lautet:

Das homöopathische Mittel erzeuge Prüfungssymptome. Diese Auffassung ist unscharf und sollte in dieser Form nicht vertreten werden. Richtig ist vielmehr, dass Homöopathie die Lebenskraft verstimmt und nur diese Verstimmung der Lebenskraft in der Lage ist individuelle Prüfungssymptome des Probanden zu erzeugen.

Davon gibt es eine bisher kaum beachtete Ausnahme. Die Grundprogramme der Lebenskraft laufen so unterschwellig ab, dass sie vom Bewusstsein  wenig oder nicht erfasst werden können. Dazu gehören beispielsweise alle grundlegenden Dienstprogramme die dafür sorgen, dass der Organismus sich selbst mit der nötigen Energie versorgt, sich vermehrt und auch gesetzmäßig in einem bestimmten Alter selbst vernichtet (Lebensbeendigungsprogramme).

Diese Programme können zwar durch homöopathische Mittel beeinflusst werden. Auf dieser fundamentalen Ebene erzeugen homöopathische Mittel jedoch keine wahrnehmbaren Prüfungssymptome. Wir haben nur die Möglichkeit indirekt die Wirkung der homöopathischen Mittel auf diese Lebensebene zu erfassen, indem wir beobachten, ob unter ihrer Wirkung eine Lebensverlängerung bewirkt wird oder das Gegenteil.

II.

Die Lebenskraft kann nur als programmierte Rückkopplung zwischen einzelnen untergeordneten Quantencomputern verstanden werden.

Sie hat die Möglichkeit sich selbst nach vorgegebenen Programmen ein zu regeln.

Die Homöopathie sollte nur dann zur Anwendung kommen, wenn die körpereigenen Regulierungsprogramme versagen oder nicht ausreichend funktionieren.

Besonders erfolgreich arbeitet Homöopathie bei der Einregulierung des Abwehrsystems. Besonders Autoimmunerkrankungen und Abwehrschwäche sind gut geeignet um homöopathisch behandelt zu werden.

III.

Von besonderem Interesse dürften die Lebensbeendigungsprogramme sein. Die Ungleichgewichte durch Lebensbeendigungsprogramme lassen sich als chronische Krankheiten mitunter bereits in jungen Lebensjahren nachweisen.

Die Behandlung zu diesem Zeitpunkt bietet einen erheblichen Lebensgewinn.

Sofern wir eine Lebensverlängerung erzielen wollen, müssen wir die chronischen Krankheiten in jungen Jahren rechtzeitig und erfolgreich behandeln ohne dabei die Lebenskraft zu schwächen.

Gleichzeitig müssen wir mit Hilfe der Homöopathie die Stammzellen soweit inaktivieren, bis sie in höherem Lebensalter auch noch für die Zellregeneration unverbraucht zur Verfügung stehen.

Das sollte Aufgabe der Homöopathie in den nächsten Jahrzehnten darstellen.

Dafür müssten zuerst objektive Parameter der Behandlung entwickelt werden. Alleine der Bezug auf Symptome reicht da nicht aus.