Metformin gegen das Altern?

„Große Metformin-Studie in den USA geplant

In den USA ist nun zum ersten Mal eine große Studie geplant, in der geprüft werden soll, ob der Wirkstoff Metformin auch bei Nichtdiabetikern das Leben verlängern und altersbedingte Krankheiten wie Krebs, Herzerkrankungen und Störungen der Gedächtnisleistung positiv beeinflussen kann. Darüber berichtet die Zeitschrift „Nature“ in der Juniausgabe 2015*. Die TAME-Studie (Targeting Aging with Metformin)  muss noch von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA genehmigt werden. Teilnehmen sollen bis zu 3000 Menschen zwischen 70 und 80 Jahren an 15 Zentren in den USA, die 5-7 Jahre verfolgt werden sollen. Voraussetzung ist, dass sie an mindestens einer von drei altersassoziierten Erkrankungen leiden: Koronarer Herzerkrankung (KHK), Krebs oder kognitiven Störungen (Gedächtnis-, Denk, und Wahrnehmungsstörungen bis hin zur Demenz). Die Teilnehmer dürfen nicht an Diabetes erkrankt sein.“

http://www.diabetes-news.de/nachrichten/kann-metformin-das-altern-aufhalten

Kommentar:

Der Wunsch die Lebensspanne zu verlängern wird schulmedizinisch mit Metformin, einem Diabetesmedikament gegen Altersdiabetes unternommen.

Es soll im Zusammenhang mit Alterskrankheiten auf eine lebensverlängernde Wirkung hin untersucht werden.

Die genannten Erkrankungen sind koronare Herzerkrankung Krebs oder kognitive Störungen.

Das sind allerdings Krankheiten die sich ohne Metformin oft gut homöopathisch bessern oder sogar heilen lassen.

Wenn hier wirkliche Altersforschung betrieben würde, müßten die Studienleiter eine Gruppe bilden die Metformin erhält, eine Gruppe mit Placebo und eine dritte Gruppe mit dem angemessenen homöopathischen Mittel.

In der jetzigen Aufstellung ist zwar zu erwarten, dass die Studie eine gewisse Besserung der aufgeführten Alterskrankheiten bewirken könnte. Eine wesentliche Lebensverlängerung erwarte ich jedoch nicht, weil die chronsichen Krankheiten, die das Leben verkürzen nicht mit Metformin heilbar sind. Dafür jedoch mit den passenden homöopathischen Mitteln.

Langes Leben als Kriterium der Wissenschaftlichkeit

Das Ärzteblatt führt aus:

„10.1371/journal.pgen.1005728) Varianten in vier weiteren Genen, deren Träger auf ein langes Leben hoffen dürfen.

Zwillingsstudien lassen vermuten, dass etwa 25 bis 30 Prozent der weit über 80-Jährigen ihr langes Leben den Genen verdanken. Welche dies sind, konnten die Forscher bisher nicht ermitteln –mit einer Ausnahme. Frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass bestimmte Varianten im APOE-Gen die Lebensphase eines Menschen verlängern. Das Team um Stuart Kim von der Stanford Universität in Palo Alto konnte dies jetzt bestätigen.

Auf einem Abschnitt des Chromosoms 19, auf dem sich neben dem APOE-Gen auch das TOMM40-Gen befindet, fanden die Forscher ebenfalls Genvarianten, die mit einem langen Leben assoziiert sind. Der Grund liegt vermutlich in der Vermeidung von Alzheimerkrankheit, altersbedingter Makuladegeneration, koronarer Herzkrankheit oder eines hohen Gesamtcholesterins, die durch diese Gene beeinflusst werden.“

Der Einfluss der einzelnen Gene scheint jedoch gering zu sein. Kim macht keine Angaben darüber, welchem Anteil die über 90- oder 100-Jährigen ihr langes Leben zu verdanken haben. Ein Gentest, mit dem junge Menschen ihre genetischen Chancen auf ein langes Leben ermitteln könnten, ist sicherlich nicht in Sicht.

http://www.aerzteblatt.de/treffer?mode=s&wo=17&typ=1&nid=65198&s=langes&s=leben

Gene verlängern das Leben oder verkürzen es? Was ist denn nun richtig?

Richtig ist auf alle Fälle, dass die chronischen Krankheiten einen Einfluss auf die Lebenserwartung haben. Das ist bisher nicht durch Studien untersucht.

Andernfalls könnte es passieren, dass schulmedizinische Dauermedikation als Risikofaktor für ein langes Leben erkannt werden könnte, wie das Herr Götzsche beschrieben hat.

In den vorangehenden Beiträgen habe ich analysiert, welchen Einfluss Homöopathie und Schulmedizin auf ein erhofftes langes Leben haben.

Der Einfluss erweist sich bei Schulmedizin eher als gegenteilig. Bei Homöopathie können wir von einer langfristigen Heilungsquote chronischer Krankheiten um dreißig Prozent ausgehen, was mit einer gewissen Lebensverlängerung verbunden sein dürfte.

Die Erkenntnisse der Genforschung ermöglichen bisher keine Verlängerung des Lebens. Wir wissen dafür aus den Tierversuchen, dass durch Veränderung der genetischen Programmierung eine Verkürzung oder Verlängerung des Lebens möglich ist.

Diese Versuche können am Menschen nicht durchgeführt werden.

Es bleibt deshalb nur der Weg über die Heilung chronischer Krankheiten das Leben zu verlängern.

Für diesen Weg hat bereits Hahnemann die Pionierarbeit geleistet. Sie wurde jedoch in den letzten Jahrzehnten nicht weiter entwickelt. Stattdessen sind die Geistheiler auf dem Vormarsch, welche meinen mit Spiritualität und geistiger Einflussnahme chronische Krankheiten heilen zu können. Dafür gibt es bisher jedoch nicht den geringsten durch Studien belegten Hinweis.

Dass durch Schulmedizin keine chronische Krankheit geheilt wird, wurde in den vorangehenden Beiträgen ausgeführt.

Ständige Tabletteneinnahme verschlechtert eher noch das Gleichgewicht der oszillierenden Lebenskraft. Sie hört durch unterdrückende Medikamente auf zu oszillieren und lässt das Lebensablaufprogramm schneller vorspulen, statt es aufzuhalten.

Diese Auffassung wird von der Schulmedizin nicht geteilt.

Wissenschaft in der Medizin fängt an dem Tage an, wo nachgewiesen werden kann, dass eine medizinische Maßnahme in der Lage ist ein gesundes Altwerden ohne Medikamenteneinnahme bis zu einem überdurchschnittlichen Alter zu ermöglichen.

Das ist das alleinige zulässige Kriterium einer angeblich „wissenschaftlichen Medizin,“ nicht jedoch die kurzzeitige Verbesserung einer Symptomatik.

Die Vermeidung von Alzheimerkrankheit, altersbedingter Makuladegeneration, koronarer Herzkrankheit usw., sollten sich bereits heute durch sachgerechte homöopathische Behandlung zumindest verzögern lassen. Diese angeblichen Alterskrankheiten werden als Angriff des Abwehrsystems gegen den eigenen Organismus im Sinne eines Lebensbeendigungsprogrammes interpretiert und wurden bereits in früheren Beiträgen ausgeführt. Alternativmedizinisch handelt es sich demzufolge weniger um Alters- als um Lebensablaufprogramme zur aktiven Beendigung des Lebens, im Sinne einer Lebenskraft, welche nicht lediglich das Leben generiert, sondern auch terminiert.

Gesundheit geht von allein und kommt nicht wieder

Ich habe von meinen Patienten die Auffassung gehört, dass die Krankheiten von alleine kommen und von alleine gehen. Sie bräuchten demzufolge keine Behandlung.

Nur wenn ich mir das Ergebnis dieser Einstellung ansehe, stelle ich fest, dass genau diese Patienten immer kränker werden.

Wenn sie die Auffassung vertreten, Krankheiten kommen und gehen von alleine, dann kann sich das allenfalls auf harmlose körpereigene Infekte beziehen, welche die Funktion einer Heilungsreaktion haben.

Dazu habe ich mich bereits früher ausführlich geäußert.

Wenn sich chronische Krankheiten einstellen, dann trifft die Aussage nicht mehr zu, dass chronische Krankheiten alleine kommen und gehen.

Kommen schon, nur werden sie von Jahr zu Jahr immer bedrohlicher und verkürzen letztlich das Leben.

Wer die Möglichkeiten, die Hahnemann uns geschenkt hat, chronische Krankheiten zu behandeln, nicht ausreichend zeitig und vorbeugend nutzt, verschenkt diese Möglichkeit zum eigenen Nachteil.

Welche Schlussfolgerungen sollten wir daraus ziehen?

Chronische Krankheiten sind oftmals bereits in der Kindheit erkennbar, neigen jedoch zu jahrelanger Latenz. Sie zeigen sich dann oft erst in fortschreitenden Lebensphasen.

Wer gesund bleiben möchte muss diese latenten Krankheitsanlagen erkennen und vor dem eigentlichen Ausbruch bereits angemessen homöopathisch behandeln. Eine vorbeugende schulmedizinische Behandlung ist nicht bekannt und wird von den Krankenkassen auch nicht bezahlt.

Das bedeutet letztlich, dass ein hohes gesundes Alter nur aktiv erreichbar ist. Aktiv durch Sport, intakte Infektoszillation, Regulation der körpereigenen Zellüberwachung gegen Krebs, Stärkung der Lebenskraft und Abschwächung der Todesgene. Das lässt sich alles mit Homöopathie erreichen. Kriterium für einen ärztlichen Homöopathen muss die gesunde Verlängerung der Lebensspanne sein, nicht alleine das Freisein von Symptomen, wie im analysierten Geukensfall.

Wechselmethode nach C. Hering

Für alle die meinen Blog lesen und nicht wissen, wie nun eigentlich richtige Homöopathie auszusehen hat, kann ich hier auf einen Beitrag von Herrn C. Hering verweisen. Das Hahnemann Institut hat sich die Mühe gemacht und ihn ins Netz gestellt.

http://www.hahnemann.de/fileadmin/downloads/Newsletter/HIHD_Newsletter_12_2015_05.pdf

Hier ein Auszug:

„Mehr noch gehört hierher die Wiederholung eines Mittels im Wechsel mit einem Gegenmittel. Ich habe dies zuerst gelernt an colocynthis und zwar bei der Anwendung in dry-belly-ache, dieser berüchtigten westindischen Kolik. Alle Fälle, die mir vorgekommen sind, wurden schnell und dauernd geheilt und alle auf folgende Weise.“

Hering beschreibt die gängigen Auffassungen zur Wiederholung eines homöopathischen Mittels. Dabei kommt er auf die Methode der Wiederholung eines Mittels im Wechsel mit einem Gegenmittel.

Das erscheint aus meiner Erfahrung besonders wertvoll. Diese Methode scheint auch im Widerspruch zu stehen mit der Kentschen Einmittel-Dauer-Methode.

Diese Wechselmethode hat bei den Berliner Ärzten für Homöopathie teilweise zu erstauntem Kopfschütteln geführt, wenn ich sie angeordnet habe. Sie ist zwar bereits von Hering beschrieben, aber offensichtlich nicht so richtig bekannt.

Welchen Vorteil hat diese Methode und wann sollte sie angewendet werden?

Ich sehe den Vorteil in der Stärkung der Lebenskraft. Diese sollte frei beweglich oszillieren und nicht mit höchsten Potenzen nach Kent auf eine Richtung zum Erstarren gebracht werden, sofern die Lebenskraft nicht ausreicht gegen die Hochpotenz zu steuern.

Die Kentsche Methode der steigenden Potenzen kann bei starker Lebenskraft und jugendlichem Alter oft mit guten Erfolgen angewendet werden. Sie ist im jugendlichem Alter oft erforderlich, wenn angeborene Krankheiten behandelt werden müssen.

Wenn sich bereits chronische Krankheiten über einen längeren Zeitraum eingeschlichen haben, ist die Lebenskraft geschwächt. Dann ist der Heringsche Wechselmethode der Vorzug zu geben. Sie ist besser geeignet langfristige chronische Krankheiten zu heilen, als die Kentsche Einmittelmethode.

Bei der Wechselmethode schreibt Hering weiter:

„Die zweite Regel war: Sobald sich neue Symptome zeigten von einiger Bedeutung, musste sogleich ein anderes Mittel gegeben werden und zwar eins was besonders auch jenen neuen Zeichen mit entsprach.“

Er setzt sich mit allen Möglichkeiten auseinander und beschreibt die Vor- und Nachteile.

Ich möchte aus meiner Erfahrung das Gesetz der Potenz und der Wiederholung wie folgt formulieren:

Je jünger und gesünder der Patient, desto höher kann die Potenz gewählt werden. Dabei ist die Kentsche Einmittelmethode für einen Krankheitsfall möglich, aber nicht notwendig.

Je Älter und Kränker der Patient ist, desto niedriger und schwächer muss die Potenz gewählt werden. Extrem kranke Patienten sollte mit einer D2 behandelt werden, wenn das toxikologisch vertretbar ist. Dabei ist die Methode der Wahl die Zweimittelwechselmethode nach Hering.

Abgrenzung:

Die Geistheiler nach Scholten und Sankaran gehen vorrangig von psychischen Symptomen aus. Dabei werden meist Hochpotenzen in steigender Reihenfolge verabreicht. Es darf bezweifelt werden, dass bei Erkrankungen mit einer schweren Pathologie, wie sie C. Hering behandelte die Methoden nach Körbler, Scholten oder Sankara irgendwelche Heilerfolge bewirken könnten. Diese Methoden wären bei schweren Pathologien als gefährlich anzusehen.

Hinweis:

Die hier abgehandelten Sachverhalte dienen zur Information für Ärzte und sind nicht geeignet zu Patientenselbstdiagnose oder Selbstbehandlung.

Operation gelungen, Patient tot

Eine 69-jährige Ärztin lies sich von ihrem ärztlichen Kollegen homöopathisch behandeln. Sie hatte ein Ulcus cruris am linken Bein, welcher Handteller groß geworden war. Auf Grund der Unsauberkeit gab er Sulfur D4 zwei mal 4 Tropfen. Die Patientin nahm weitere schulmedizinische Präparate, die nicht aufgeführt werden.

Sie ließ sich in eine Hautklinik einweisen, wo sie  geheilt entlassen wurde. Fünf Tage später war sie verstorben. Operation war zwar gelungen, die Patientin jedoch  tot (ZKH: Band 6 Heft 5/1962 Seite 218-223)

Kommentar:

Das homöopathische Mittel verbesserte zwar das Hautgeschwür. Die Patientin ging um es weiter zur Abheilung zu bringen sogar noch in die Hautklinik, wo es weiter behandelt wurde und verschwand.

Das ist ein typischer fehlerhafter Verlauf einer Behandlung.

Nach der Theorie vom letzten Organ, versucht der Organismus ein Lokalsymptom zu entwickeln, welches den Zweck hat die Lebenskraft zu schützen.

Unterdrücke ich das Lokalsymptom, hier das Ulcus cruris, stirbt der Patient.

Die eigentliche Krankheit ist die chronische Krankheit, die Hahnemann Psora genannt hat.

Sie macht sich bereits symptomatisch ein Leben lang bemerkbar, kann dann jedoch jahrelang ruhen und kommt typischer Weise erneut ab 50. Lebensjahr zum Vorschein.

Einzelheiten zu der psorischen Vorerkrankung werden in dem Fallbeispiel nicht genannt.

Wichtig ist, hier wurde das Lokalsymptom des Ulcus cruris unterdrückt und die Patientin verstarb. Das war nicht etwa zufällig, sondern gesetzmäßig, Die alten Homöopathen haben diesen Zusammenhang oft genug beschrieben. Heute kennt ihn offenbar kaum noch jemand.

Wie hätte auf gar keinen Fall behandelt werden dürfen?

Indem ich den Charakter der Patientin erforsche und meine mit einem angeblich den Charakter abdeckenden homöopathischen Mittel könnte ich die zugrunde liegende Psora erkennen und heilen, wie das bei den heutigen Geistheilern unter den „Homöopathen“ praktiziert wird.

Wenn ich mein homöopathisches Handwerk schon nicht richtig beherrsche, dann wäre die sichere Alternative gewesen das ulcus cruris schulmedizinisch zu versorgen. Dabei heilt es zwar nur selten ab, aber der Patient stirbt nicht an den Folgen der falschen, weil unterdrückenden, Behandlung.

Die organbezogene homöopathische Behandlung ist als gefährlich einzustufen und schwächt die Lebenskraft mit dem hier bekannten Ergebnis.

Hinweis:

Aus berufsrechtlichen Gründen ist es mir untersagt eigenen Behandlungsfälle hier vorstellen und muss mich deshalb auf die Analyse bereits veröffentlichter Fallvorstellungen angewiesen.

Der Beitrag ist für Ärzte gedacht und dient nicht der Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung von Patienten.

Behandlung von Multipler Sklerose auf der Basis von schulmedizinischen Diagnosen

Frau Dr. med.  Edith Halpaus schrieb in ZKH 1957/1 über die Behandlung ihrer eigenen Multiplen Sklerose. Sie erlitt zuerst eine Parese der rechten Hand, dann Nachlassen des Gedächtnisses, danach Zentralskotom, anschließend Parese rechtes Bein.

Sie verwendete zuerst Opium D30, später Kalium phosphoricum D12, in akuten Schüben Aconitum D12.

Dann verwendete sie eigenen Liquor als Ausgangsmaterial zur Herstellung einer homöopathischen Potenzierung .  Mit dieser Nosode hat sie sich und ihre Patienten behandelt.

Trotz der homöopathischen Behandlung kamen weitere Krankheitsschübe.

Sie hätte durch die MS-Nosode die Erfahrung gemacht, dass diese zwar nicht heilt, aber erfreulich zur allgemeinen Besserung beigetragen habe. MS sei eine therapeutisch schwer zu beeinflussende Krankheit.

Ihr war es schließlich durch das Fortschreiten der Krankheit nicht mehr möglich ärztlich tätig zu sein.

Analyse:

MS ist eine Krankheit des syphilitischen Formenkreises, welche das Nervensystem und das Zentralnervensystem angreift.

Die geschilderten Symptome reichen nach meiner Einschätzung nicht zur Beurteilung der homöopathischen Behandlungserfordernisse aus.

Lähmungen sind zwar wichtige pathologische Symptome, die unbedingt berücksichtig werden sollten.

Genauso wichtig ist jedoch die Vorerkrankung. Davon berichtet die Kollegin zu meinem Bedauern nichts.

Meine Fragen wären gewesen:

Was war in der Kindheit auffällig?

Wie viele Impfungen mit welchen Symptomen hat die Kollegin erhalten?

Wie sieht die Familienanamnese aus?

Waren vor den ersten Lähmungserscheinungen bereits Kopfschmerzen zu verzeichnen?

Hahnemann spricht von Symptomen und Zeichen. Alles, was auf ein pathologisches Geschehen hindeuten könnte, wie Kopf- Glieder- sonstige Schmerzen wären zu erfragen und zu berichten.

Obwohl der Bericht in der ZKH erschienen ist, erscheint er für eine homöopathische Behandlung nicht ausreichend erhoben.

Hahnemann hatte bereits Bedenken gegen die Eigennosodenbehandlung erhoben. Wir wissen nicht, welche Symptome die Nosode beim Gesunden entwickelt. Es ist deshalb nicht davon auszugehen, dass er beim Kranken Gesundheit bewirkt.

Bei einer Krankheit wie MS sollte vielleicht genauer die Symptomatik erhoben werden, um letztlich die Pathologie der Krankheit richtig verstehen zu können.

Mit der verstandenen Pathologie sind wir eher in der Lage die heilkräftigen Mittel zu bestimmen, als mit allgemeinen schulmedizinische Diagnosen. Diese gehören zwar unbedingt dazu, reichen alleine jedoch nicht aus.

Ein Fall erfolgreiche Behandlung wird hier beschrieben:

ZKH: Band 27 Heft 3/1983 Seite 99-101 H.V. Müller

Nachtrag: Das Problem der Fluktuation der Lebenskraft wird bei allen vorgestellten Behandlungsansätzen nicht beachtet, wäre jedoch für die Herstellung einer gesunden Lebenskraft und damit der Gesundheit erforderlich.

Hinweis:

Aus berufsrechtlichen Gründen ist es mir untersagt eigenen Behandlungsfälle hier vorstellen und muss mich deshalb auf die Analyse bereits veröffentlichter Fallvorstellungen angewiesen.

Der Beitrag ist für Ärzte gedacht und dient nicht der Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung von Patienten.

Voodoo mit Simileprinzip aus der Homöopathie

„Was ist Voodoo?

Wenn Götter Menschen reiten, wenn Medizin und Magie zusammenwirken, wenn die Geister der Ahnen zu den Lebenden sprechen, dann ist Voodoo im Spiel. Etwa 60 Millionen Menschen auf der Welt sind Voodoosi. Die Religion hat sich mit den Sklavenschiffen der Kolonialherren über die Welt verbreitet. Der Ethnologe, Fotograf und Filmemacher Henning Christoph ist der Magie des schwarzen Kontinents seit fast 40 Jahren auf der Spur.“

Planet Wissen berichtet in der Sendung folgenden Fall (Min. 20):

Ein 19 jähriges Mädchen in Afrika wollte sterben, weil ihr Freund sie verlassen hatte. Sie entwickelte hohes Fieber, war in der Uniklinik, hatte kein Aids und die Ärzte hatte ihr vorhergesagt, sie werde sterben. Der Voodoopriester aus ihrem Dorf legte ein Orakel und sagte das Mädchen hätte einen Sterbewunsch. Darauf wurde ein Meter tiefes Grab ausgehoben. Das Mädchen bei einer Zeremonie in ein Lacken mit Kräutern eingenäht, ins Grab gelegt und mit Erde verschüttet.

Nachdem der Priester zwei Stunden geschlafen hatte wurde auf seine Anweisung das Grab geöffnet. Das Mädchen lebte. Es sagte mit leiser Stimme: „Ich habe den Tod gesehen, aber ich will nicht sterben.“

Sendung Planet Wissen

Das ist ein Beispiel für das Hahnemannsche Simileprinzip auch ohne Homöopathie.

Das Mädchen will sterben. Dann erfüllt der Priester ihren Wunsch scheinbar. Als es tatsächlich ans Sterben ging, sie bereits in der Grube eingeschüttet war, überlegt sie es sich anders und will leben.

Der Todeswunsch wurde nicht nach dem Contrariusprinzip unterdrückt, wie das schulmedizinisch üblich ist, sondern nach dem Simileprinzip nach Hahnemann weitgehend erfüllt.

Das ist das Geheimnis der Gesundheit.

In den westeuropäischen Gesellschaften wäre der Priester wegen Tötungsversuch eingesperrt worden. Ob die Methode für unsere Verhältnisse zu gefährlich ist, lässt sich aus der Schilderung nicht entnehmen.

Dem Psychiater, der diesem Mädchen Psychopharmaka verordnet hätte, wäre nichts passiert, selbst wenn die Psychopharmaka den Todeswunsch des Mädchens nicht aufgelöst hätten und Psychotherapie nicht angeschlagen hätte.

Hier liegt ein sehr schönes Beispiel für alternativmedizinische Heilung vor.

Warnhinweis: Das Beispiel ist aus Afrika ist nicht auf unsere Verhältnisse übertragbar. Nachahmung ist bei uns unter Strafe verboten.

 

ALS – amyotrophe Lateralsklerose

„Bethesda – Wird die amyotrophe Lateralsklerose (ALS), die häufigste Erkrankung von Motoneuronen, durch Retroviren ausgelöst, die sich im Verlauf der Evolution ins menschliche Genom „geschlichen“ haben und durch Mutationen im Verlauf des Lebens wieder reaktiviert wurden? Für diese Hypothese liefern US-Forscher in Science Translational Medicine (2015; 7: 307RA153) zahlreiche Belege. Sollten sie zutreffen, dann könnten HIV-Medikamente bei der Erkrankung wirksam sein.“

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/64368/Studie-sieht-Schlaefer-Viren-als-Ursache-der-Amyotrophen-Lateralsklerose

De Therapie mit HIVMedikamenten verlief jedoch bereits vor Jahren erfolglos.

Wie ist dieser Vorgang aus der Theorie der chronischen Krankheiten nach Hahnemann zu beurteilen?

Hier ist eindeutig Nervengewebe geschädigt. Damit dürfte der Formenkreis der syphilitischen Erkrankungen im Sinne der chronischen Krankheiten betroffen sein. Syphilitische Krankheit kann heute nicht mehr wie bei Hahnemann als Syphilis im strengen Sinne betrachtet werden, sondern als Krankheit, die ähnliche Symptome erzeugt wie eine Syphilis. Syphilis selbst spielt bei uns heute eine untergeordnete Rolle.

Der obige Beitrag führt aus, dass 8% des Erbguts mit Retroviren durchsetzt ist.

Dann wörtlich:

„Zu einer Virusinfektion passt auch, dass die ALS im Gehirn an einer Stelle beginnt und sich dann allmählich über das gesamte Gehirn ausbreitet. Die ALS beginnt beim Menschen in der Regel im Alter von über 50 Jahren und endet innerhalb von drei Jahren mit dem Tod.“

Wenn man die Infektionstheorie ernsthaft vertreten will ergibt sich die Frage, aus welchem Grund die Infektion und Ausbreitung im Gehirn ausgerechnet bis nach dem 50. Lebensjahr wartet. Bei einer Infektion würde nahe liegen, dass sie vom Infektionszeitpunkt an, das ist vermutlich im Jugendalter, eine ständige Ausbreitung und Affizierung des Nervengewebes erfolgt.

Das ist offenbar nicht der Fall. Das Abwehrsystem ist in der Lage den Ausbruch der Erkrankung bis nach dem 50. Lebensjahr zu verschieben.

Dieser Verlauf ist jedoch sehr typisch für syphilitische Erkrankungen im Sinne der chronischen Krankheit Syphilis, besser analog Syphilis, nach Hahnemann.

Wir wissen natürlich nicht, ob da Retroviren tatsächlich die Ursache der Erkrankung bildet.

Wir behandeln diese Erkrankungen jedoch möglichst bevor sie ausbricht, wenn wir in der Familienanamnese eine gewisse Wahrscheinlichkeit erkennen können, dass unser Patient möglicher weise eine derartige Krankheit vererbt bekommen haben könnte.

Die dafür passenden homöopathischen Mittel hat Herr Hahnemann in seinen chronischen Krankheiten ausreichend beschrieben. Deshalb erspare ich mit dazu weitere Kommentare.

Abgrenzung zu Geistheilungen:

Die Vertreter der Geistheilungen in der Homöopathie sind der Auffassung, dass Krankheiten durch einen krankhaften Charakter vererbt werden, der nur erkannt und mit Hilfe des Periodensystems erfasst werden müsste. Diese Auffassung steht im Widerspruch zu den Schriften von Hahnemann.

einseitige Krankheiten

Hahnemann versteht unter den einseitigen Krankheiten, bei denen kaum Hauptsymptome zu erkennen sind und den Rest der Zufälle verdunkeln. Sie gehören normaler weise zu den chronischen Krankheiten (§ 173 Org. 6).

Das trifft besonders für die Geisteskrankheiten zu. Jedoch auch bei den Körnerkrankheiten ist die Geistesverfassung verändert (§ 210 Org. 6). In Anmerkung 125 beschreibt er, dass Körperkrankheiten auch die Gemütssymptome verändern.

An dieser Stelle ist anzumerken, dass der Gemüts- und Geisteszustand eines Patienten keinesfalls als statisch anzusehen ist. Er verändert sich mit dem Krankheitsfortschritt oder der Krankheitsbesserung. Die Auffassung einiger Gegenwartshomöopathen, welche die Meinung vertreten, dass ein homöopathisches Mittel einem bestimmten Charakter entsprechen würde, wurde bereits mit dieser Bemerkung Hahnemanns in Frage gestellt. Der Charakter ist eher als dynamische Reaktionsweise des Organismus anzusehen und nicht als Symptom einer bestehenden Krankheit.

Hahnemann sieht Psora als Ursache der chronischen Krankheiten an.

Dazu gehört nach seiner Auffassung ein Hautausschlag, dessen Beseitigung zu den einseitigen chronischen Krankheiten führen würde (Chron. Krankheiten Bd. 1, 99).

Im bereits früher vorgestellten Fall „Geukens und der Schnupfen“ wurde von mir ausgeführt, dass Herr Geukens einen Patienten jahrelang mit Rhus tox. behandelt hatte. Dieser entwickelte jedoch nach jahrelanger Behandlungsdauer einen Krebs.

Herr Geukens fragte sich dann wie kann das sein? Es war ordnungsgemäß behandelt, wieso kann er dann Krebs bekommen?

Der Krebs hätte nach seiner Auffassung nichts mit der homöopathischen Behandlung zu tun.

Aus der Theorie der einseitigen Krankheiten stellt sich der Fall so dar, dass durch die ständige Wiederholung des Rhus tox. der Schnupfen ausgeblieben ist. Das war als die Unterdrückung einer Heilungsreaktion durch das homöopathische Mittel anzusehen.

In der Folge bekamt der Patient nicht zufällig Krebs, sondern gesetzmäßig. Das ist von Herrn Geukens nicht thematisiert worden und ist auch bis heute den Hochpotenzlern nicht deutlich.

Der Fall wurde bereits letztes Jahr von mir für die AHZ ausgearbeitet und wartet auf die Veröffentlichung.

Krankheitsbegriff Hahnemann – Alternativmedizin

geistartige Wirkung:
heißt bei Hahnemann dynamische Wirkung, durch Berühren der
Nervenenden
bei den Geistheilern: Wirkung durch geistige Einflussnahme
Krankheit:
ist bei Hahnemann nicht ausreichend definiert als kranke
Menschen gesund zu machen.
bei den Geistheilern: Erfassen des Gefühlszustanden und der
emotionalen Ebene, sowie die Behandlung derselben
durch das angeblich passende homöopathische Mittel
Krankheit als Leiden der Lebenskraft (§ 7 Org. 6):
Die Gesamtheit der Symptome, als das Einzige, was wir von
der Krankheit erkennen können.
Dem steht die Auffassung der Geistheiler entgegen, dass die
Krankheit am Charakter des Menschen erkannt werden könnte.
Hebung oder Beseitigung aller Krankheitssymptome als Beseitigung der
Krankheit (§ 8 Org. 6)
Hier hat Hahnemann Widerspruch durch Hufeland: „Die Homöopathik kann die
Krankheitssymptome heben, aber die Krankheit bleibt.“ (Anm. 2 zu § 8)
Kommentar: Hier liegt ausnahmsweise Hufeland richtig:
Gerade die Behandlung mit Hochpotenzen erzeugt bei älteren Patienten einen
Zustand von Symptomfreiheit, die Krankheit des Krebses oder
sonstige Mängel an dynamischer Regulation wurden dabei jedoch
nicht beachtet, sodass der Patient u. U. sogar durch die hom. Behandlung
kränker gemacht wurde, als ohne.
Die Lebenskraft ist nach Auffassung von Hahnemann für die Selbsterhaltung
unabkömmlich ( §10 Org. 6).
Nach Auffassung der Geistheiler (Grams u. a.) ist die Lebenskraft heute überflüssig.
Das moderne Medizin nicht ohne Lebenskraft gedacht werden kann, ist
oft genug ausgeführt worden, worauf hier nur verwiesen wird.
Nur die krankhaft verstimmte Lebenskraft bringt die Krankheit hervor (§ 12 Org. 6)
Das Verschwinden aller Krankheitsäußerungen bringt angeblich die Integrität des Lebensprinzips
zurück.
Auch hier irrt Hahnemann. Das Auftreten von Krebserkrankungen kann nur als
ein Mangel an Integrität des Lebensprinzips angesehen werden,
oder als ein Mangel an dynamischer Lebensäußerungen.
Sollte Krebs heilbar sein, müsste zuerst dieser Mangel an Reaktionsfähigkeit
oder Mangel an dynamischer Lebensäußerungen behoben werden.
Der Heiler hätte die innere Veränderungen, die krankhafte Verstimmung des
Lebensprinzips aufzuheben und zu vernichten.
Gott habe so offenbart, was bei der Krankheit hinweg zunehmen sei.
Dem stehen die Erfahrungen aus der Krebsbehandlung entgegen, wo
dem Patienten keine Symptome wegzunehmen sind, da sie durch
Reaktionsstarre meist bereits nicht vorhanden sind, sondern
Symptome hinzuzufügen hätte, die Symptome, welche eine gesunde
Heilungsreaktion ermöglichen, um die bösartige Krankheit zu eliminieren.