Krankheit und Tod in Form der Hochpotenzen

Der Nachruf zum frühen Tod von Dr. Alfons Geukens des Haugh-Verlages liest sich so:

„Viel Arbeit, Verantwortung und familiäre Sorgen tragen sicherlich dazu bei, dass er erkrankt und sich selbst nicht mehr zu helfen weiß. Nach langem Leiden stirbt Dr. Alfons Geukens am 18.10.2010 in Leuven.

Noch wenige Monate zuvor, berichtet René Otter, der in Zusammenarbeit mit Bea Klein 2011 eine Materia-medica-Sammlung von Geukens herausgeben wird, habe er gehofft, bald wieder unterrichten zu können. Doch Frederik Schroyens schreibt in seiner Kondolenz: „The last time I spoke with him, he was sad that the remedy which always helped him, did not improve his current condition. Very quietly, he said: You know what that means, don’t you? It means that I am blowing my last candle.”

https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0030-1257576

Herr Geukens war für die schnelle Wiederholung von Hochpotenzen ab C200 bekannt.

Diese Behandlungsmethode wird von mir seit langem als gefährlich kritisiert, wenn die Patienten das 50. Lebensjahr oder mehr erreicht haben.

Sie erzeugt durch die ständige Wiederholung des angeblichen „Konstitutionsmittels“ eine arzneiliche Kunstkrankheit, gegen welche die Lebenskraft ab dem genannten Alter nicht mehr ausreichend gegensteuern kann. Das führt zu einer Schwächung der Lebenskraft und zu vorzeitigem Tod.

Wenn homöopathische Behandlung überhaupt einen tieferen Sinn haben darf, dann kann das nicht die Freiheit von Symptomen, in Anlehnung an die Gesundheitsdefinition der WHO sein, sondern ein Leben mit verträglichen Symptomen, welche Gesundheitskrisen einschließt um langfristig die Lebenskraft zu stärken.

James Tyler Kent (* 31. März 1849 in Woodhull, New York; † 5. Juni 1916 in Sunnyside Orchard, Stevensville, Montana) war ein US-amerikanischer Arzt und Homöopath. 1897 entwickelte eine Art homöopathischer Typenlehre. Er beschreibt die Wirkung homöopathischer Mittel synonym mit dem Krankheitsbild. Der Patient braucht nicht Belladonna, sondern er ist Belladonna usw. (zitiert nach Wikipedia).

Nach Kents Auffassung ist die Grundursache aller Krankheiten des Menschen eine Ordnungsstörung im Inneren des menschlichen Organismus. Diese trete in Form verschiedener chronischer Krankheiten auf.

Vithoulkas arbeitet in besonderer Weise mit den sogenannten Essenzen der homöopathischen Arzneien, indem er meint, jede Arznei hätte eine gewisse Idee in sich, die sich durch das ganze Mittel ziehen würde.

Die verschiedenen Ansätze und Richtungen wurden von Buhnkale zusammen gestellt.

Buhnkale

Kent war der erste, der die Hochpotenzhomöopathie eingeführt hat, alle anderen haben sich daran orientiert.

Kent wusste zwar von der Gefährlichkeit der homöopathischen Mittelwirkung. Dass sie in der Lage ist die eigene Lebenskraft zu vermindern und damit das Leben zu verkürzen, ist allen Vertretern der Hochpotenzhomöopathie bis heute nicht bekannt und wird von ihnen bestritten. Deshalb möchte ich das an dieser Stelle ausdrücklich betonen.

Hering war der Erste, der die Bedeutung der Heilungsreaktion in der Homöopathie hervorgehoben hat. An dieser Stelle ist der wirkliche Fortschritt in der Homöopathie zu suchen, nicht in irgendwelchen geisterhaften Spukerscheinungen und Märchen über homöopathische Mittel, die durch keine AMP gestützt sind. Die richtige Anwendung der Homöopathie unter Beachtung der Heilungsreaktion nach C. Hering und F. A. Mesmer ist die einzige Möglichkeit die Lebenskraft zu stärken und ein langes Leben zu ermöglichen.

Um das Problem weiter zu erläutern: Es reicht nicht aus, wenn ich mit einer Hochpotenz in der Lage bin alle Beschwerden des Patienten erfolgreich weg zu behandeln.

Das hat schwere Nebenwirkungen: Die Lebenskraft kommt zum Erliegen. Bewiesen wird diese These durch das zu zeitige Ableben der Homöopathen, die sich auf diese Weise selbst behandelt haben. Sie entspricht jedoch auch meiner langjährigen Erfahrung. Studien dazu existieren wie immer nicht.

Merksatz: Je höher die Potenz und das Alter, desto geringer die voraussichtliche Lebensdauer.

Homöopathie ist also keine Zaubermedizin. Beschwerdefreiheit ist gut, wenn die Beschwerden behandlungsbedürftig sind. Im Laufe des Lebens schränkt die Lebenskraft die Reaktionsfähigkeit des Organismus soweit ein, dass Infekte immer seltener Auftreten.

Das wird nur verständlich, wenn ich den Infekt nicht als ein von außen in den Organismus eingedrungenen Erreger betrachte, sondern als Gleichgewicht des Organismus zu den körpereigenen Bakterien. Dann hat der fieberhafte Infekt auf einmal nicht die Aufgabe fremde Bakterien abzuwehren, sondern das körpereigene Abwehrsystem zu stärken und für ein besseres und symptomarmes Gleichgewicht zu sorgen. die richtige Behandlung muss demzufolge nicht in der Herstellung von Beschwerdefreiheit bestehen, sondern in der Herstellung von regelmäßigen Heilkrisen in Form einer Heilungsreaktion. Nur so ist gesund ein hohes Alter erreichbar.

Die Behandlungsweise der Hochpotenzler sieht die Bestimmung eines für den Menschen spezifisches homöopathisches Mittel vor, welche in immer höhere Potenz verabreicht wird. Das funktioniert bei jungen Menschen sehr gut, besonders wenn angeborene Krankheitsanlagen behandelt werden müssen. Das Abwehrsystem ist bei ihnen auch in der Lage ein neues und stabiles, symptomarmes Gleichgewicht zu erzielen.

Mit fortschreitendem Lebensalter wird diese Behandlungsmethode problematisch, da die Lebenskraft nachlässt. Wie dann besser behandelt werden sollte, führe ich später aus.

Herr Geukens hat richtig beschrieben, dass er seine letzte Kerze bläst, mit homöopathischen Hochpotenzen und damit seine natürliche dynamische Heilungsreaktion zum Erliegen gebracht hat.

Da die Hochpotenzbehandlung von den Kolleginnen und Kollegen nicht verstanden wird, schlage ich vor sie wegen der Gefährlichkeit nicht mehr zu praktizieren.

Andernfalls werden wohl noch einige Kerzen ausgeblasen, ohne dass die Verantwortlichen überhaupt das Ergebnis ihres Tuns zur Kenntnis nehmen.

Aufschwung für ADHS-Skeptiker – die ADHS-Lüge

Die FAZ berichtet über die ADHS Problematik.

„Noch muss im klinischen Alltag aber offenbar mit großer Schnelligkeit und wenig individuellen Rücksichten eine Lösung gefunden werden. Am Rande der Tagung tauschten sich Ärzte und Therapeuten über den enormen Leidensdruck von Eltern und Kindern aus, die sich in dem Moment in den Praxen vorstellen, wenn die gesamte Familie sich mitten in einer akuten Krise befindet. Längst haben dann Lehrer Druck ausgeübt, Kinder sind verzweifelt, weil Erwachsene und Gleichaltrige sie wegen ihres Verhaltens ablehnen, Eltern bringt die Impulsivität ihres Kindes an den Rand der Erschöpfung.

„Ich möchte mich nicht mehr ständig verteidigen müssen, dass ich den Familien helfe, die zu uns kommen“, sagte der Würzburger Klinikleiter Marcel Romanos – ein Wunsch, der wohl nicht allzu bald in Erfüllung geht: Richard Sauls aufsehenerregendes Buch wird im kommenden März in Deutschland unter dem Titel „Die ADHS-Lüge“ erscheinen. Die Skeptiker haben dann wieder frischen Rückenwind.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/familie/debatte-um-adhs-und-ritalin-alles-nur-einbildung-13321111-p3.html

Hatten wir früher als Kinder noch den Freiraum nach dem sogenannten „Schulunterricht“ an der frischen Luft zu spielen und uns auszutoben, so hängen die Kinder heutzutage nach der Schule in den Großstädten oftmals in verrauchten Stuben vor dem Fernseher oder Computer und lassen sich berieseln oder spielen das Spiel des Krieges. Das führt dann zwangsläufig dazu, dass sie den angeborenen Bewegungsdrang in der Schule aktivieren und dort aggressiv auftreten.

Die Vertreter von Ritalin und ähnlichen Eingriffen in die körperliche Unversehrtheit behaupten nunmehr eine Krankheit erkannt zu haben mit dem pseudowissenschaftlichen Namen ADHS.

Der Schweizer Kinderarzt Heiner Frei hat sich die Mühe gemacht bei solchen angeblich kranken Kindern eine homöopathische Behandlung durchzuführen. Im Ergebnis kam es zu einer Besserung der Auffälligkeiten. Ob man dazu Heilung sagen kann ist strittig, weil die Symptome bei 70% bis 80 % erblich bedingt ist, also bereits seit Generationen weiter gegeben wurden ohne dass ein Arzt sich jemals um diese Erscheinung als angebliche Krankheit bemüht hätte. Es ist also keine Krankheit, vielmehr eine Form von ungebremstem Bewegungsdrang, der eher als Lebensäußerung angesehen werden darf, denn als Krankheit. Die ADHS-Lüge  fliegt also langsam auf. Pharmakologische Ruhigstellung wird als das gebrandmarkt, was sie ist: Als eine Körperverletzung an Schutzbefohlenen, soweit der Leidensdruck beim Erwachsenen und nicht beim Kind vorhanden ist.

Soweit das Kind tatsächlich einen Leidensdruck entwickelt, wäre der geringst notwendige Eingriff zu wählen. Der besteht zuerst in den mildesten Maßnahmen, wie Sport und Bewegung. Erst wenn diese Maßnahmen keinen Erfolg haben, wäre die nächste Behandlungsstufe die homöopathische Behandlung ggf. kombiniert mit Verhaltenstherapie.

Wenn letztlich alle milden Maßnahmen keinen Erfolg bringen und das Kind weiterhin einen Leidensdruck auf Grund von Symptomen wie Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität leidet, wäre über medikamentöse Behandlung wie Ritalin nachzudenken.

Die Erfahrungen zeigen, dass dieses Stufenschema nirgendwo eingehalten wird. Die ADHS-Behandlung in der gegenwärtig praktizierten Form ist deshalb als fragwürdig und oftmals als unzulässig einzustufen.

Zu diskutieren wäre auch die Thematik, ob Gleichaltrige betroffene Kinder wegen ihres Verhaltens ablehnen und dadurch ein Leidensdruck entstehen kann.

Die Ablehnung durch Gleichaltrige ist kein auf ADHS beschränktes Phänomens, sondern eine Frage der Herausbildung von Hierarchien in der Klassengemeinschaft, also ein soziologisches Phänomen. Dabei geht es nicht um Gesundheit oder Krankheit, sondern wer den Oberaffen spielen darf und kann. Der Unterlegene in diesem Machtkampf kann durchaus behandlungsbedürftige Symptome entwickeln, die möglicherweise auch in das ADHS-Schema passen. In solchen Fällen wäre jedoch Psychotherapie eher angemessen, als eine medikamentöse Behandlung zur Ruhigstellung der Kinder. Das Kind muss ohne Medikamente in die Lage versetzt werden seine Stellung in der Klassengemeinschaft zu finden. Die bisherige ADHS-Forschung scheint sich auf einem Irrweg verrannt zu haben und mit den falschen Konzepten im Trüben zu fischen.

vgl.

https://adhs-chaoten.net/ads-adhs-nonsens-presse-medien/38335-quentenhomoeopatie-aufschwung-fuer-adhs-skeptiker-adhs-luege.html#post570073

Todestrieb

Zitat Sigmund Freud aus „Jenseits des Lustprinzips“:
„Nach der Theorie E. Hering`s von den Vorgängen in der lebenden Substanz laufen in ihr unausgesetzt zweierlei Prozesse entgegengesetzter Richtung ab, die einen aufbauend – assimilatorisch, die anderen abbauend – dissimilatorisch. Sollen wir es wagen, in diesen beiden Triebregungen, der Lebenstriebe und der Todestriebe, zu erkennen? …
Versuchen wir kühn, einen Schritt weiter zu gehen. Nach allgemeiner Einsicht ist die Vereinigung zahlreicher Zellen zu einem Lebensverband, die Vielzelligkeit der Organismen, ein Mittel zur Verlängerung ihrer Lebensdauer geworden. Eine Zelle hilft dazu das Leben der anderen zu erhalten, und der Zellenstaat kann weiter leben, auch wenn einzelne Zellen absterben müssen. Wir haben bereits gehört, dass auch die Kopulation, die zeitweilige Verschmelzung zweier Einzelligen, lebenserhaltend und verjüngend auf beiden wirkt. “ Sigmund Freud, „Jenseits des Lustprinzips“ Kindl Bibliothek, Position 671.
Sigmund Freud konstatiert, dass es in der Natur aufbauende Kräfte gibt, welche die Entstehung von Leben begünstigen und abbauende Kräfte, welche dem Erhalt des Lebens entgegen gesetzt sind. Diese Tendenzen hat er in der menschlichen Psyche ebenfalls ausfindig gemacht. Er bezeichnet letzte Kräfte als Todestrieb. 1995 hat sich Herr Jochen Ehlers im Rahmen einer Diplom bzw. Magisterarbeit mit der Todestriebshypothese auseinander gesetzt.
link:

Aus homöopathischer Sicht ergeben sich Berührungspunkte.

    Kriterien des Lebens sind folgende:

– Selbstreproduktion
– Mutation
– Metabolismus
Alle drei Komponenten sind zum Erhalt des Lebens erforderlich. Die Selbstreproduktion ist zum Erhalt des Erbmaterials notwendig. Die Mutation oder besser Veränderung der Erbeigenschaften dient zur Anpassung des Individuums an die Umwelt. Der Metabolismus dient zur Aufrechterhaltung der Lebensvorgänge.
Aus den Freudschen Betrachtungen ergibt sich die Frage, ob hier nicht Ursache mit Wirkung verwechselt worden ist.
Aus den drei angeführten Kriterien des Lebens ergibt sich, dass sich das Leben nur unter Mühe und Anstrengung und dem Verbrauch von Energie gegen die unbelebte Materie bzw. den Tod abgrenzen kann. Dafür ist in der Homöopathie der Ausdruck Lebenskraft gebräuchlich. Wenn die Lebenskraft zu gering ist, stirbt das Individuum. Es ist nicht erforderlich einen zusätzlichen Todestrieb zu postulieren, welcher den Tod bewirkt. Es reicht aus, dass eines der drei Kriterien des Lebens unzureichend funktioniert, damit das Leben in seinen ursprünglichen Zustand zurück geführt wird, in den Zustand der toten Materie. Mit diesen Ausführungen soll keine Aussage darüber getroffen werden, ob die Todestriebtheorie von Sigmund Freud aus psychologischer Sicht eine gewisse Berechtigung hat.
Bestritten werden soll jedoch, dass ein Todestrieb auf psychischer Ebene ihren Ursprung als von Anfang des Lebens mitgegebener Trieb haben könnte, der auf Erfüllung drängt.
Patienten, die das erhebliche Bedürfnis haben sich und andere Menschen zu zerstören, sind aus homöopathischer Sicht nicht mit dem Todestrieb behaftet, sondern grenzwertig erkrankt oder normal. Diese Tendenz wird homöopathisch nicht als Trieb verstanden, sondern als chronische Krankheit, die ggf. zu heilen wäre.
Darunter fallen besonders Erkrankungen des syphilitischen Miasmas.
Eine gewisse Tendenz zur Aggressivität wird als normal angesehen werden müssen und dient der Lebenserhaltung, wie z. B. Revierkämpfe oder Kämpfe um elementare Menschenrechte, die auch in der modernen Gesellschaft erneut erkämpft werden müssen.
Der Mensch muss in der Lage sein für sein tägliches Brot zu kämpfen, wenn es ihm täglich genommen wird. Das ist eher Ausdruck eines gesunden Lebenstriebes als eines Todestriebes.
Physikalisch wird der Vorgang der Verringerung der Lebenskraft als Dekohärenz bezeichnet.
Dazu verweise ich auf die Ausführungen hier im Blog unter physikalische Grundlagen der Homöopathie.

Hahnemann hat erklärt, was alles zu Krankheiten führen kann (Zitat):

„Alle Dinge, welche nur irgend wirksam sind (ihre Zahl ist unübersehlich1), vermögen auf unsern innigst mit allen Theilen des Universums in Verbindung und in Conflict stehenden Organismus einzuwirken und Veränderungen hervorzubringen – jedes eine verschiedenartige, so wie es selbst verschiedenartig ist.

Einige derselben sind, z.B. die unzählige Menge von Gerüchen, die mehr oder weniger schädlichen Ausdünstungen aus leblosen und organischen Substanzen, die so verschiedentlich reizenden, mancherlei Gasarten, die in der Atmosphäre, in unsern Werkstätten und Wohnungen auf unsere Nerven ändernd wirken, oder uns aus Wasser, Erde, Thieren, Pflanzen entgegen strömen; – Mangel an dem unentbehrlichen Nahrungsmittel für unsere Vitalität, der reinen, freien Luft, – Uebermaass oder Mangel des Sonnenlichts, Uebermaass oder Mangel der beiden Arten electrischen Stoffs, abweichende Druckkraft der Atmosphäre, ihre Feuchtigkeit oder Trockenheit, die noch unbekannten Eigenheiten hoher Gebirgsgegenden gegen die in niedrigen Orten und tiefen Thäler), die Eigenheiten der Klimate und anderer Ortslagen auf grossen Ebenen, auf gewächs- oder wasserlosen Einöden hin, gegen das Meer, gegen Sümpfe, Berge, Wälder, gegen die verschiedenen Winde – Einfluss sehr veränderlicher, oder allzu gleichförmig lange anhaltender Witterung, Einfluss der Stürme und mehrerer Meteore – allzu grosse Wärme oder Kälte der Luft, Blösse, oder übertriebene künstliche Wärme unserer Körperbedeckung oder der Stuben, Beengung einzelner Glieder

durch verschiedene Anzüge – der Grad der Kälte und Wärme unserer Nahrungsmittel und Getränke, Hunger oder Durst oder Ueberfüllung mit Speisen und Getränken und ihre schädliche, arzneiliche, den Körper umändernde Kraft, die sie theils vor sich besitzen (wie Wein, Branntwein, die durch mehr oder weniger schädliche Kräuter gewürzten Biere, das mit fremdartigen Stoffen geschwängerte Trinkwasser, der Kaffe, der Thee, die ausländischen und inländischen Gewürze, und Gewürzkräuter, und die damit reizend gemachten Speisen, Saucen, Liqueure, Schokolade, Kuchen, die unerkannte Schädlichkeit oder Gesundheit verändernde Kraft einiger Gemüse und Thiere im Genusse) theils sie durch nachlässige Zubereitung, Verderbniss, Verwechselung oder Verfälschung bekommen (z.B. schlecht gegohrnes und unausgebackenes Brod, halbgekochte Fleisch- und Gewächsspeisen, oder andere vielfach verdorbene, gefaulte, verschimmelte, oder durch Gewinnsucht verfälschte Nahrungsmittel, in metallenen Geschirren zubereitete oder aufbewahrte Speisen und Getränke, gekünstelte, vergiftete Weine, mit ätzenden Substanzen verschärfter Essig, Fleisch kranker Thiere, mit Gyps oder Sand verfälschtes Mehl, mit schädlichen Saamen vermischtes Getreide, mit gefährlichen Gewächsen aus Bosheit, Unwissenheit oder Dürftigkeit vermischte oder vertauschte Gemüsse) – Unreinlichkeit des Körpers, der Körperbedeckungen, der Wohnungen, nachtheilige Substanzen, die durch Unreinlichkeit oder Nachlässigkeit bei der Zubereitung und Aufbewahrung in die Nahrungsmittel gerathen – der auf uns eindringende Staub mancherlei schädlichen Gehalts von den Stoffen unserer Fabrikationen und Gewerbe – Vernachlässigung mehrerer Anstalten der Polizei zur Sicherung des allgemeinen Wohls – allzu heftige Anspannung unserer Körperkräfte, allzu schnelle active oder passive Bewegung, übermässige Excretionen einzelner Körpertheile, widernatürliche Anstrengung einzelner Sinnorgane, mancherlei unnatürliche Lagen und Stellungen, welche die verschiedenen Arbeiten mit sich bringen – Mangel des Gebrauchs einzelner Theile oder allgemeine unthätige Körperruhe – ungeregelte Zeiten der Ruhe, der Mahlzeiten, der Arbeit – Uebermaass oder Mangel des Schlafs – Anstrengung in Geistesarbeiten überhaupt, oder in solchen, welche einzelne Seelenkräfte besonders erregen oder ermüden, oder widrig und gezwungen sind, empörende oder entnervende Leidenschaften durch Lesereien, Erziehung, Angewöhnung und Umgang erregt – Missbrauch des Geschlechtstriebs – Gewissensvorwürfe, drückende Lage des Hauswesens, kränkende Familienverhältnisse, Furcht, Schreck, Aergerniss u.s.w.“

[Samuel Hahnemann: Heilkunde der Erfahrung, S. 58. Samuel Hahnemann: Gesammelte Werke, S. 20987 (vgl. Heilkunde, S. 99)].

Heute sieht kaum ein Homöopath die Liste als verbindlich an. Es hält sich so gut wie niemand an die Vorgaben. Vermutlich ist es auch weitgehend nicht erforderlich. Die aufgezählten Einflüsse machen schließlich nicht jeden krank. Sie können jedoch mitunter ein Heilungshindernis darstellen.

Aktuelles Beispiel – Missbrauch des Geschlechtstriebs –

Das ist das große Thema unserer Gegenwart. Unter dem Deckmantel der Freiheit wird dem Missbrauch des Geschlechtstriebs eine Funktion als Lebenserfüllung, Sinngebung und Gottesersatz zugewiesen.

Die FAZ meint Masters und Jones hätten Freud wiederlegt:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/amerikas-tv-serie-masters-of-sex-als-noch-alle-glaubten-was-freud-glaubte-12627434.html

Die FAZ bringt ihr fragwürdiges Menschenbild wie folgt zum Ausdruck:

„Die echte Virginia Johnson, die im Juli dieses Jahres im Alter von achtundachtzig Jahren starb, war ihrer Zeit weit voraus. Sie war viermal verheiratet, hatte zwei Kinder und sagte einem Reporter einmal, sie habe „nie einen Mann geheiratet, den ich wirklich liebte“.“

Wer vier mal als Frau heiratet und nie einen Mann liebt, den sie heiratet, ist demzufolge seiner Zeit weit voraus. Ich muss die Perversion des menschlichen Zusammenlebens unter dieser Geisteshaltung vermutlich nicht kommentieren. Das Ergebnis kann nur Krieg zwischen Mann und Frau sein, welcher die Gesundheit beider schwer beschädigt. Die Religionen haben den Bezug der Ehe zu Gott nicht umsonst hergestellt und gefordert. Der christliche Gott sollte ein Gott der Nächstenliebe sein und nicht der Selbstsucht. Wer vier mal heiratet, ohne den Geheirateten zu lieben, ist offenbar sehr selbstsüchtig und damit einer Zeit voraus gewesen, die immer mehr Züge von Selbstsucht entwickelt.

Auch zu viel und zu wenig Arbeit können krank machen… Stichwort: burnig out…

die Hahnemannsche Liste ist sehr lang.

All diese Einflüsse können Veränderungen der Lebenskraft bewirken, die krank machen.

Wozu braucht da Sigmund Freud noch einen Todestrieb?

Die unangemessene, unverträgliche Lebensweise bewirkt nach Hahnemann bereits Krankheit und damit letztlich vorzeitiges Ableben.

Für frühkindliche Einflüsse sind kränkende Familienverhältnisse, Furcht, Schreck, Ärgerniss u.s.w von Bedeutung. Sie ziehen sich belastend durch das ganze Leben. Nach den neueren Hirnforschungen sind diese Negativbelastungen aus der Kindheit nur durch positive Erfahrungen zu überlagern und dadurch im Laufe des Lebens zu vermindern und im besten Fall auszulöschen. Ähnliches gilt für Kriegstraumen.

Homöopathie allein kann kein Kriegstrauma heilen, jedoch helfen diese Schichten des Unbewussten ins Bewusstsein zu bringen und neu im Sinne einer Psychotherapie zu verarbeiten. Die Zusammenarbeit des Homöopathen mit einem Psychotherapeuten hat sich bei diesen Patienten bewährt.

Freud kam auf seine Idee des Todestriebs über die Perversionen. Wir kennen homöopathische Mittel, welche bei Gesunden perverses Verhalten auslösen, also beim Kranken heilen können. Der Todestrieb als Perversion verstanden wäre aus homöopathischer Sicht mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit heilbar.

Das Thema Literatur spielt für den Homöopathen eine große Rolle,eine Rolle als Helfer für die Verfolgten und Geschundenen.

Literatur wird von zahleichen Autoren als Selbstreflexion, Eigenpsychoanalyse und im besten Sinne als Selbsttherapie betrieben. Es finden sich stets auch zahlreiche Leserinnen/Leser, welche die Probleme des Autors als die eigenen wieder erkennen. Herr Schirrmacher hat sich einfühlsam mit Herrn Reich-Ranicki in einem Nachruf auseinander gesetzt:

„Und während er, wie er oft erzählte, jedes Jahr in sich immer nur mehr Begeisterung und Liebe für Thomas Mann und Brecht und Gründgens und Goethe entdeckte, wuchs mit jedem Jahr auf der anderen Seite der Hass: der Hass wohlgemerkt eines ganzes Staates und all seiner Bürokratien auf den jungen Juden, der nichts anderes wollte, als ins Deutsche Theater zu gehen.“

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/marcel-reich-ranicki/nachruf-auf-marcel-reich-ranicki-ein-sehr-grosser-mann-12580222.html

Herr Reich-Ranicki war Opfer seiner Umgebung, des Staates und des von ihm betriebenen Judenhasses.

 „er (hat) die Traumatisierung gewissermaßen ausquartiert. Das hieß nicht, dass sie verschwunden war. Sie wartete draußen vor der Tür, immer begierig, es sich wieder bei ihm bequem zu machen. Er schaute ständig nach, ob noch abgeschlossen war. Er setzte sich niemals mit dem Rücken zur Tür. Er rasierte sich mehrmals täglich, weil unrasierte Menschen im Warschauer Getto aufgegriffen wurden. Es traumatisierten ihn die Dinge, die kommen könnten und die sich als böse Vorahnungen in der bürgerlichen Sozietät zu verpuppen schienen: die Fassbinder-Kontroverse und der Historiker-Streit, beides hat er bis zuletzt nicht wirklich überwunden.“

Das sind die Aussagen, die sowohl einen Homöopathen, als auch einen Psychotherapeuten aufhorchen lassen.

Der grenzenlose Hass des deutschen Staates gegen Juden hatte Folgen: Herr Reich-Ranicki war ein Leben lang Verfolgter des Unrechtsregimes.

Er versuchte die Ängste und das Unbehagen zwar ständig zu verdrängen. Das gelang jedoch nicht. Literatur und der Zwang zur anspruchsvollen Unterhaltung war dadurch für ihn ein Arzt, ein guter Freund, ein Helfer in der Not.

Er hat trotz der erlittenen Schäden geschafft einen Dialog mit Hilfe der Literatur zu anderen Menschen herzustellen und war darin wohl unübertroffen.

Viele Opfer von Willkür und Verfolgung schaffen den Weg nicht zurück zu sich selbst und zu Freunden. Sie gehen mit der Literatur oft einen Weg ins innere Exil.

Das hat er offenbar vermeiden können. Literatur als der innere Arzt. Das war das Thema, was beim Nachruf zu Herrn Reich-Ranicki unter den Tisch gekehrt wurde und deshalb hier zur Sprache kommen muss.

Das selbe Problem haben viele verfolgte Traumatisierte aus dem kommunistischen Teil Deutschlands erlitten. Viele Tausende schauen auch heute noch jeden Tag zwei mal, ob die Tür wirklich abgeschlossen ist oder vielleicht ein Büttel der Staatsmacht eine Abhöranlage installiert hat.

Es gibt auch viele Beispiele aus der Literatur, bei der der Versuch des Ausbruchs aus der eigenen Krankheit misslungen ist. Da sollte der Homöopath im Sinne Hahnemanns erkennen, dass Literatursucht auch eine Krankheit sein kann, bei der wir das Problem erkennen und helfen sollten.

Traumatisierungen werden vererbt und setzen sich teilweise mehrere Generationen fort.

Mit dieser Erkenntnis wird deutlich, wieso Sigmund Freud von einem Todestrieb geredet hat. Die Urgroßeltern wurden verfolgt, die nachfolgenden Generationen zeigen ein Verhalten, welches auf Zerstörung des Mitmenschen gerichtet ist.

Das kann man als Perversion betrachten, aber auch als Todestrieb, obwohl das Freud vermutlich nicht in diesem Sinne geäußert hat. Für ihn gab es wohl keine Vererbung psychischer Eigenschaften als eine Art Ursünde. Er setzte dafür auf den „Todestrieb“, der dafür von den Homöopathen kaum geteilt werden dürfte.